Die Straßenverhältnisse im Winter sind bisweilen anspruchsvoll. Deshalb sind die passenden Reifen in Sachen Sicherheit und den Fahrkomfort von entscheidender Bedeutung. Bei der Auswahl des geeigneten Modells sind unabhängige Tests von Branchenverbänden hilfreich. So können Sie das Verhalten einzelner Reifen unter verschiedenen Bedingungen vergleichen und erhalten einen Überblick über Stärken und Schwächen. Der ADAC, eine der wichtigsten Stimmen der Branche, hat vor kurzem die neuesten Ergebnisse seines Winterreifentests veröffentlicht. Welche Modelle haben am besten abgeschnitten und wie haben sie sich im Vergleich zur Konkurrenz geschlagen? Sehen Sie selbst!

Nahaufnahme des Reifens eines Autos, das auf einer verschneiten Straße fährt
Bildunterschrift: Welche Reifen haben im diesjährigen ADAC-Winterreifentest am besten abgeschnitten?

Der ADAC-Winterreifentest – Ergebnisse, die Sie kennen sollten

Die Testreihen des größten deutschen Automobilclubs sind seit Jahren ein wichtiger Maßstab bei der Bewertung der beliebtesten Reifen auf dem Markt. Das Prestige dieser Tests beruht in erster Linie auf der Methodik, bei der verschiedene Straßenbedingungen berücksichtigt und alle getesteten Modelle anhand derselben Kriterien verglichen werden. Dadurch lassen sich anhand der erzielten Ergebnisse nicht nur die Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle aufzeigen, sondern auch ihr Verhalten in Situationen besser einschätzen, mit denen Autofahrer im Winter konfrontiert werden können.

In der diesjährigen Ausgabe hat der ADAC die Eigenschaften von 16 Winterreifenmodellen getestet. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden ihre Eigenschaften unter verschiedenen Bedingungen untersucht. In diesem Jahr wurden erneut die Größen 185/65 R15 und 225/50 R17 auf den Prüfstand gestellt. Die Übersicht umfasst beliebte, auf dem Markt erhältliche Modelle, sodass die Ergebnisse eine praktische Informationsquelle für Autofahrer darstellen können, die vor dem Kauf von neuen Winterreifen stehen.

Bewertungskriterien des ADAC-Winterreifentests 2026/2027

Winterreifen müssen sich unter sehr unterschiedlichen Bedingungen bewähren – von trockenem Asphalt über nasse Fahrbahn bis hin zu Schnee und Eis. Daher sind für eine zuverlässige Bewertung ihrer Eigenschaften Messungen unter verschiedenen Bedingungen und auf entsprechend präparierten Teststrecken erforderlich. So lässt sich das Verhalten der Reifen beim Bremsen und in Kurven sowie der Einfluss auf den Fahrkomfort und den Kraftstoffverbrauch überprüfen.

Im diesjährigen ADAC-Test wurden die einzelnen Eigenschaften an mehreren Standorten bewertet. Die Tests auf trockener Fahrbahn wurden auf der ADAC-Teststrecke in Penzing in Bayern durchgeführt. Das Verhalten auf nassem Asphalt, der Kraftstoffverbrauch und der Geräuschpegel wurden auf der Continental-Teststrecke in Deutschland geprüft. Die Eigenschaften der Reifen unter typischen Winterbedingungen wurden hingegen auf dem Testgelände „Testworld“ in Finnland bewertet. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass die Nutzung von herstellereigenen Teststrecken nicht bedeutet, dass diese auch an der Beurteilung der Ergebnisse beteiligt waren.

Seit 2023 gelten bei den ADAC-Winterreifentests geänderte Bewertungskriterien für Winterreifenmodelle. Die wichtigste bewertete Kategorie ist die Fahrsicherheit. Das Ergebnis in dieser Sparte macht ganze 70 % der Endnote aus. Die restlichen 30 % entfallen auf die Umweltbilanz. Diese Richtlinien lagen auch dem diesjährigen Test zugrunde. 

In der Kategorie „Fahrsicherheit“ prüften die Experten des Automobilclubs folgende Parameter:

  • Verhalten auf trockener Fahrbahn – 30% der Kategorienote,
  • Verhalten auf nasser Fahrbahn – 40% der Kategorienote,
  • Verhalten auf Schnee und Eis (winterliche Fahrbahn) – 30% der Kategorienote.

Im Bereich Umweltbilanz wurden folgende Faktoren analysiert:

  • Laufleistung – 40% der Kategorienote,
  • Reifenabrieb – 20% der Kategorienote,
  • Effizienz – 20% der Kategorienote,
  • Geräuschpegel – 10% der Kategorienote,
  • Nachhaltigkeit – 10% der Kategorienote.

ADAC-Bewertungsklassifikation

Jedes für die Tests zugelassene Modell durchläuft dieselben Prüfungen und wird nach einheitlichen Kriterien bewertet. Dadurch ist es möglich, die Eigenschaften direkt mit den Ergebnissen von Konkurrenzprodukten zu vergleichen, und zwar sowohl hinsichtlich der Sicherheit als auch mit Blick auf Komfort und Effizienz. In der Übersicht werden Reifen aus verschiedenen Preissegmenten berücksichtigt – von Premium-Modellen über Produkte der Mittelklasse bis hin zu Reifen aus dem Economy-Segment. So können Sie die Ergebnisse aus einer breiteren Perspektive betrachten und beurteilen, wie die einzelnen Modelle nicht nur in Sachen Leistung, sondern auch vor dem Hintergrund ihrer Marktposition abschneiden.

Die Endnote setzt sich aus den in den einzelnen Testbereichen erzielten Ergebnissen zusammen. Der ADAC vergibt eine Empfehlung an Modelle, die mindestens ein zufriedenstellendes Gesamtergebnis erzielt haben. 

ADAC-Bewertungsskala:

BewertungNote
0,6 - 1,5Sehr gut
1,6 - 2,5Gut
2,6 - 3,5Befriedigend
3,6 - 4,5Ausreichend
Über 4,5Mangelhaft

Quelle: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/185-65-r15-2026/

ADAC-Winterreifentest 2026/2027, Größe 185/65 R15

Der diesjährige ADAC-Winterreifentest zeigte sehr unterschiedliche Ergebnisse. Unter den 16 getesteten Modellen waren sowohl Produkte namhafter Hersteller wie Continental, Michelin oder Bridgestone, als auch Modelle weniger bekannter Marken, wie etwa Linglong, Optimo und GT Radial. Ein derart breiter Querschnitt ermöglicht es, die Eigenschaften der einzelnen Modelle zu vergleichen und zu checken, wie sich Reifen aus verschiedenen Marktsegmenten unter denselben Bedingungen bewähren.

Als Testfahrzeug für die Reifengröße 185/65 R15 diente ein Škoda Fabia. Reifen dieser Größe sind häufig bei Stadtautos zu finden, wie etwa VW Polo, Fiat 500e, Opel Corsa, Renault Clio oder Peugeot 208. 

Ergebnisse des ADAC-Winterreifentests 2025/2026 für die Größe 185/65 R15:

PlatzModellAllgemeine NoteGesamnote
1.Continental WinterContact TS 8702,2Gut
2.Michelin Alpin 72,5Gut
3.Hankook Winter i*cept RS33,1Befriedigend
4.Linglong Sport Master Winter3,1Befriedigend
5.Optimo Winter Touring OW413,2Befriedigend
6.Goodyear UltraGrip Performance 33,3Befriedigend
7.GT Radial WinterPro2 Evo3,5Befriedigend
8.Bridgestone Blizzak LM 0053,8Ausreichend
9.Nokian Tyres Snowproof 23,8Ausreichend
10.Vredestein Wintrac3,8Ausreichend
11.Barum Polaris 63,8Ausreichend
12.Kumho WinterCraft WP52+3,9Ausreichend
13.Viking WinTech NewGen3,9Ausreichend
14.Sunny Winter-max NW6114,8Mangelhaft
15.Atlas Polarbear HP5,5Mangelhaft
16.Rockblade Rock 868S5,5Mangelhaft

Quelle: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/185-65-r15-2026/

Sieger des ADAC-Winterreifentests 2026/2027 für die Größe 185/65 R15

Von den 16 getesteten Modellen der Größe 185/65 R15 erhielten lediglich zwei die Note „gut“ und weitere fünf die Note „befriedigend“. Die übrigen neun Reifen erhielten schlechtere Endnoten und erhielten daher keine ADAC-Empfehlung.

Die Spitzenplätze in der Rangliste gingen zwar an Modelle aus dem Premiumsegment, die folgenden Platzierungen zeigen aber auch, dass der Preis nicht immer direkt mit dem Testergebnis korreliert. Auch preisgünstigere Reifen erhielten gute Bewertungen und übertrafen in puncto Leistung unter anderem den Goodyear UltraGrip Performance 3. Dieser belegte in der Rangliste erst den 6. Platz und erzielte dabei ein schlechteres Ergebnis als einige der günstigeren Konkurrenten.

Die diesjährigen Ergebnisse zeigen also vor allem große Unterschiede bezüglich der Eigenschaften der einzelnen Modelle auf. Dies gilt auch für Hersteller, deren Reifen in früheren Durchgängen gute Ergebnisse erzielt haben. Bridgestone, Nokian und Vredestein haben diesmal keine für eine ADAC-Empfehlung ausreichende Note erhalten. Und damit ist bewiesen, dass die Testergebnisse je nach Saison und Reifengröße erheblich voneinander abweichen können.

Ergebnisse:

Platz 1. Continental WinterContact TS 870

Die Premium-Marke Continental erzielte im Bereich der Fahrsicherheit sehr gute Ergebnisse. Besonders gut schnitt das Modell auf nasser Fahrbahn ab, wo es unter den getesteten Modellen die beste Bewertung erhielt. Der Reifen zeigte zudem eine gute Beständigkeit gegen Längs- und Queraquaplaning. Während der Testfahrten verhielt sich das Fahrzeug stabil und die Fahrbahnführung blieb vorhersehbar. Die besondere Anerkennung der Experten fanden die schnellen Reaktion auf Lenkbewegungen und die gute Kontrolle über das Fahrzeug – und das auch bei dynamischen Manövern.

Bemerkenswert sind auch die Fahreigenschaften auf winterlicher Fahrbahn. Der WinterContact TS 870 bot eine gute Haftung auf Schnee, einen kurzen Bremsweg und ein stabiles Kurvenverhalten. Infolgedessen bewährte er sich unter Bedingungen, unter denen sowohl die Traktion als auch die Fähigkeit, die gewählte Fahrspur zu halten, von entscheidender Bedeutung sind.

Ein Schwachpunkt war die Haltbarkeit – beim Kriterium „Laufleistung“ erhielt das Modell lediglich die Note „befriedigend“. Die Endbewertung wurde auch durch die Ergebnisse in der Kategorie „Umweltbilanz“ beeinflusst, weshalb der Reifen nicht die Note „sehr gut“ erhielt. Die Stärke dieses Modells liegt jedoch nach wie vor in den Fahreigenschaften, insbesondere auf nasser und winterlicher Fahrbahn.


Platz 2. Michelin Alpin 7

Auch der zweite Platz in der Rangliste geht an einen Vertreter der Premiumklasse. Der Michelin Alpin 7 erhielt eine gute Gesamtbewertung, die maßgeblich durch die vielseitigen Fahreigenschaften des Reifens geprägt war. Das Modell zeichnete sich durch ein gutes Fahrverhalten sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn aus und bot gute Haftung, hohe Kontrolle über das Fahrzeug sowie effektives Bremsverhalten. Auf Schnee zeichnete er sich durch einen kurzen Bremsweg und gute Traktion aus, obwohl das Fahrverhalten von den Experten etwas schlechter bewertet wurde – lediglich als „befriedigend“. Der Bremsweg auf Eis wurde hingegen als „gut“ bewertet. 

Die Umweltbilanz gehörte hingegen nicht zu den Stärken dieses Modells. Obwohl sich der Reifen durch eine gute Laufleistung, ein geringes Gewicht und einen günstigen Kraftstoffverbrauch auszeichnet, wurde seine voraussichtliche Laufleistung lediglich als „befriedigend“ bewertet. In der Praxis bedeutet dies, dass die Fahreigenschaften nach wie vor die größte Stärke des Michelin Alpin 7 sind, während die Lebensdauer des Reifens einer der Hauptbereiche ist, in denen Verbesserungsbedarf besteht.


Platz 3. Hankook Winter i*cept RS3

Auf der untersten Stufe des Podiums landete ein Modell aus dem mittleren Segment – der Hankook Winter i*cept RS3. Dieses Modell erhielt im ADAC-Test die Gesamtbewertung „befriedigend“. Als größte Stärke dieses Reifens sind die Fahreigenschaften auf nasser Fahrbahn zu nennen. Die Experten heben besonders das vorhersehbare Fahrverhalten und den relativ kurzen Bremsweg bei Regen hervor. Ebenfalls bemerkenswert ist das gute Ergebnis bei den Längs- und Queraquaplaning-Tests, bei denen der Reifen sehr gute Bewertungen erhielt.

Ein Schwachpunkt war das Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn. Der Reifen bot nur eine zufriedenstellende Lenkpräzision und erforderte häufigere Kurskorrekturen. Bei dynamischen Manövern neigte er zudem zu einer leichten Übersteuerung. Auf Schnee erzielte das Modell gute Ergebnisse bei Traktion und Bremsverhalten, während das Fahrverhalten etwas schlechter bewertet wurde. Auch der Bremsversuch auf Eis brachte Schwächen zu Tage.

Ausschlaggebend für die Endnote des Reifens war das schwächere Ergebnis in der Kategorie „Umweltbilanz“. Sowohl die voraussichtliche Laufleistung als auch die Profilabnutzung wurden als „befriedigend“ bewertet. Im Vergleich zu diesen Ergebnissen schneidet die Effizienz des Modells hingegen positiv ab – das geringe Gewicht führt zu einem relativ niedrigen Kraftstoffverbrauch.


Teilergebnisse:

ModellFahrsicherheit – GesamtnoteTeilergebnisseUmweltbilanz – GesamtnoteTeilergebnisse
Verhalten auf trockener FahrbahnVerhalten auf nasser FahrbahnVerhalten auf winterlicher FahrbahnLaufleistungReifenabriebEffizienzGeräuschpegelNachhaltigkeit
Continental WinterContact TS 8702,02,01,82,32,82,82,61,93,22,6
Michelin Alpin 72,32,22,32,42,92,92,52,03,63,1
Hankook Winter i*cept RS32,92,92,02,53,43,43,02,33,73,6
Linglong Sport Master Winter3,12,72,73,13,23,22,63,23,43,6
Optimo Winter Touring OW413,13,12,32,53,53,33,52,53,63,8
Goodyear UltraGrip Performance 33,43,41,92,13,03,02,41,93,03,4
GT Radial WinterPro2 Evo3,53,52,92,83,43,23,42,73,23,7
Bridgestone Blizzak LM 0053,23,21,42,93,83,83,82,33,53,4
Nokian Tyres Snowproof 23,83,82,42,33,13,12,81,73,52,9
Vredestein Wintrac3,83,82,42,13,33,32,32,23,43,4
Barum Polaris 63,83,83,11,83,53,23,52,12,92,7
Kumho WinterCraft WP52+3,93,92,22,03,02,33,02,53,63,8
Viking WinTech NewGen3,93,92,92,13,63,23,62,03,02,7
Sunny Winter-max NW6114,83,44,82,42,92,72,62,53,54,3
Atlas Polarbear HP5,52,55,53,02,72,71,91,83,04,5
Rockblade Rock 868S5,54,85,51,53,13,12,21,93,7

Quelle: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/185-65-r15-2026/

ADAC-Winterreifentest, Größe 225/50 R17

Die zweite Reifengröße, die die Experten des deutschen Automobilclubs unter die Lupe genommen haben, war 225/50 R17. Diese Größe ist am häufigsten bei Fahrzeugen der Mittelklasse zu finden, wie dem BMW 3, dem Volvo S80 oder dem Audi A4, der als Testfahrzeug diente.

Ähnlich wie bei der kleineren Größe wurden 16 Modelle aus dem Angebot von Herstellern aller Segmente getestet. Die erzielten Ergebnisse fielen ebenso unterschiedlich aus. 

Auch diesmal hat der deutsche Automobilclub bei den getesteten Reifen sowohl bekannte Marken wie Pirelli, Dunlop oder Michelin als auch weniger bekannte Hersteller – darunter etwa Toyo oder Tracmax – berücksichtigt.


Ergebnisse des ADAC-Winterreifentests 2025/2026 für die Größe 225/50 R17:

PlatzModellAllgemeine NoteGesamtnote
1.Pirelli Cinturato Winter 32,2Gut
2.Continental WinterContact TS 8702,3Gut
3.Goodyear UltraGrip Performance 32,4Gut
4.Michelin Alpin 72,5Gut
5.Bridgestone Blizzak 62,6Befriedigend
6.Hankook Winter i*cept RS32,7Befriedigend
7.ESA+TECAR Supergrip Pro22,7Befriedigend
8.Dunlop Winter2,9Befriedigend
9.Yokohama BluEarth Winter V9063,1Befriedigend
10.Vredestein Wintrac Pro+3,1Befriedigend
11.Falken Eurowinter HS02 Pro4,8Mangelhaft
12.Toyo Tires Observe EWS15,3Mangelhaft
13.Tracmax Ice-Plus S2105,4Mangelhaft
14.Aptany RW2115,4Mangelhaft
15.Royal Black Royalwinter UHP5,5Mangelhaft
16.Sunwide Snowide5,5Mangelhaft

Quelle: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/225-50-r17-2026/

Sieger des ADAC-Winterreifentests 2026/2027 für die Größe 225/50 R17

Die Testergebnisse für die Reifengröße 225/50 R17 fielen äußerst unterschiedlich aus. Von den 16 getesteten Modellen erhielten gleich 4 die Note „gut“ und 6 die Note „befriedigend“. Die übrigen 6 Modelle erhielten die Bewertung „mangelhaft“ und erhielten somit keine ADAC-Empfehlung. Die Übersicht zeigt zudem einen interessanten Zusammenhang: Einige der in beiden Größen getesteten Modelle erzielten in der Version 225/50 R17 bessere Bewertungen als in der Größe 185/65 R15. Das heißt aber nicht, dass der Unterschied ausschließlich auf die Größe zurückzuführen ist – auch Konstruktion und Charakteristika der jeweiligen Version beeinflussen die Eigenschaften des Reifens.

Angeführt wird die Rangliste erneut vor allem von Modellen aus dem Premium-Segment. Die beste Bewertung in dieser Kategorie erhielt der Pirelli Cinturato Winter 3. Auch der Goodyear UltraGrip Performance 3, der in der letztjährigen Testreihe den ersten Platz belegt hatte, konnte seine Spitzenposition verteidigen. Die Ergebnisse für beide Größen zeigen auch, dass das Bewertungsergebnisse einer bestimmten Variante je nach Größe und Testbedingungen variieren kann.


Ergebnisse: 

Platz 1. Pirelli Cinturato Winter 3

Unter den getesteten Modellen erzielte der Pirelli Cinturato Winter 3 die besten Ergebnisse und übertraf die Konkurrenz in der Kategorie Fahrsicherheit deutlich. Deshalb belegte der Reifen den 1. Platz im diesjährigen ADAC-Winterreifentest. Besonders hervorzuheben sind die Ergebnisse auf nasser Fahrbahn, wo dieses Modell das beste Ergebnis aller im Test vertretenen Reifen erzielte. Die Experten heben die beeindruckende Bodenhaftung, den kurzen Bremsweg und die hohe Lenkpräzision hervor. Das Modell zeigte auch bei den Aquaplaning-Tests sehr gute Ergebnisse.

Der Pirelli Cinturato Winter 3 schnitt auch bei den Tests auf trockener Fahrbahn sehr gut ab. Er zeigte eine direkte Reaktion auf Lenkbewegungen, ein gutes Fahrgefühl und Stabilität bei plötzlichen Manövern. In der Kategorie „Handling auf Schnee“ bewerteten die Experten die Bodenhaftung und den Bremsweg positiv. Auch beim Bremsen auf Eis verhielt sich das Modell vorbildlich. 

Auch die Umweltbilanzbewertung fällt positiv aus: Der Pirelli Cinturato Winter 3 erzielte gute Ergebnisse in Sachen erwartete Laufleistung und Verschleiß. Das geringe Gewicht und der niedrige Kraftstoffverbrauch trugen zusätzlich zu einer guten Bewertung der Reifeneffizienz bei. 


Platz 2. Continental WinterContact TS 870 

Der Continental WinterContact TS 870 erhielt die Gesamtnote „gut“ und die durchgeführten Tests bestätigen, dass sich das Modell unter unterschiedlichen Bedingungen gut bewährt. Auf nasser Fahrbahn zeigte der Reifen in Sachen Bremsleistung, Aquaplaning-Sicherheit sowie präzises Fahrverhalten mit ausreichender Haftung und Traktionsreserven gute Ergebnisse. Auch unter winterlichen Bedingungen schnitt er gut ab – trotz etwas schwächerer Ergebnisse bei Traktion und Handling auf Schnee erhielt das Modell gute Bewertungen für das Bremsverhalten auf Schnee und Eis.

Bei den Tests auf trockener Fahrbahn schnitt der WinterContact aber hinsichtlich der Reaktion auf Lenkbewegungen etwas schlechter ab. Die Hinterachse reagierte etwas zu nachgiebig auf Lenkbewegungen, aber bei dynamischen Manövern ließ sich das Fahrzeug sicher lenken und das Ausweichen vor Hindernissen gelang präzise. Die Bremswirkung wurde von den Experten als gut bewertet.

Auch die Lebensdauer des Reifens ist positiv zu bewerten. Der WinterContact TS 870 erzielte sowohl hinsichtlich der zu erwartenden Laufleistung als auch der Verschleißfestigkeit gute Ergebnisse. Trotz seines etwas höheren Gewichts zeichnet sich das Modell durch einen geringen Kraftstoffverbrauch aus, was zu einer guten Bewertung im Bereich Umweltbilanz geführt hat.


Platz 3. Goodyear UltraGrip Performance 3 

Der Goodyear UltraGrip Performance 3 schnitt in der Kategorie „Umweltbilanz“ am besten ab und vefehlte auch in puncto Fahrsicherheit nur knapp die Note „gut“. Das Modell hat sich auf trockener Fahrbahn hervorragend bewährt und bot ein gutes Lenkgefühl, präzise Reaktionen sowie ein stabiles Fahrverhalten bei plötzlichen Manövern. Auch die Bremsleistung bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h wurde als gut bewertet.

Die Fahreigenschaften auf nasser Fahrbahn fielen ebenso positiv aus. Der Reifen zeigte einen kurzen Bremsweg, gute Haftung und hohe Traktionsreserven, was ein sicheres und kontrolliertes Fahrverhalten ermöglichte. Besonders gut schnitt der UltraGrip Performance 3 beim Längs-Aquaplaning-Test ab, während die Widerstandsfähigkeit gegen Quer-Aquaplaning lediglich als zufriedenstellend bewertet wurde.

Ein Bereich, in dem sich dieses Modell etwas weniger gut bewährt hat, waren die winterlichen Bedingungen. Obwohl der Reifen beim Bremsen auf Schnee eine gute Bewertung erhielt, wurden die Haftung, das Fahrverhalten auf Schnee und das Bremsen auf Eis nur als befriedigend bewertet. Der Reifen bot zwar ausreichende Traktionsreserven, aber in Sachen Präzision und Haftung auf winterlicher Fahrbahn zeigte er nur durchschnittliche Ergebnisse.

Die größte Stärke dieses Modells waren die Ergebnisse in der Kategorie „Umweltbilanz“. Der Goodyear UltraGrip Performance 3 erhielt eine sehr gute Bewertung in Sachen der zu erwartenden Laufleistung und eine gute Bewertung hinsichtlich der Verschleißfestigkeit. Auch das geringe Gewicht des Reifens und der Kraftstoffverbrauch wurden positiv bewertet.


Teilergebnisse: 

ModellFahrsicherheit – GesamtnoteTeilergebnisseUmweltbilanz – GesamtnoteTeilergebnisse
Verhalten auf trockener FahrbahnVerhalten auf nasser FahrbahnVerhalten auf winterlicher FahrbahnLaufleistungReifenabriebEffizienzGeräuschpegelNachhaltigkeit
Pirelli Cinturato Winter 32,12,31,72,42,52,52,52,12,93,0
Continental WinterContact TS 8702,22,51,92,42,52,52,32,42,62,7
Goodyear UltraGrip Performance 32,62,42,22,62,01,41,92,12,73,4
Michelin Alpin 72,62,62,51,72,32,12,32,02,83,0
Bridgestone Blizzak 62,62,12,32,62,62,22,62,23,23,4
Hankook Winter i*cept RS32,62,32,32,62,82,82,22,43,13,5
ESA+TECAR Supergrip Pro22,92,82,42,92,22,12,41,82,72,7
Dunlop Winter3,43,42,92,11,81,11,72,02,63,5
Yokohama BluEarth Winter V9063,12,82,83,13,11,92,33,13,53,9
Vredestein Wintrac Pro+3,13,12,62,53,23,22,92,42,93,4
Falken Eurowinter HS02 Pro4,83,12,74,83,43,42,82,13,34,0
Toyo Tires Observe EWS15,32,02,35,32,31,62,22,33,63,5
Tracmax Ice-Plus S2105,42,95,45,32,92,42,22,92,74,5
Aptany RW2115,44,05,41,73,13,02,92,33,94,2
Royal Black Royalwinter UHP5,54,85,52,82,11,41,61,93,64,6
Sunwide Snowide5,55,05,51,33,12,63,12,22,54,5

Quelle: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/225-50-r17-2026/

Werfen Sie einen Blick auf die Ergebnisse des diesjährigen ADAC-Winterreifentests an und wählen Sie Ihr Modell aus

Brancheninterne Reifentests sind eine wertvolle Informationsquelle über die auf dem Markt erhältlichen Modelle. Derartige Testreihen zeigen Stärken und Schwächen auf und machen auf Aspekte aufmerksam, die Autofahrer beim Reifenkauf oftmals vergessen. Dabei ist aber immer zu bedenken, dass das Endergebnis die Eigenschaften der einzelnen Reifen nicht immer vollständig widerspiegelt. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Toyo Tires Observe EWS1, der auf trockener und nasser Fahrbahn gute Ergebnisse erzielte; das Verhalten unter winterlichen Bedingungen fiel aber schwächer aus, weshalb das Modell letztendlich keine Empfehlung erhielt.

Der diesjährige ADAC-Winterreifentest zeigt außerdem, dass ein und dasselbe Modell je nach Größe auf ähnlichem Untergrund unterschiedliche Eigenschaften aufweisen kann. Daher sollten Sie bei der Auswahl neuer Reifen nicht nur den Namen, sondern auch die jeweilige Modellvariante berücksichtigen. 

Die ADAC-Testergebnisse können als wichtige Orientierungshilfe bei der Reifenauswahl dienen, sollten aber nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Bei der endgültigen Beurteilung sollten auch die Einsatzbedingungen des Fahrzeugs sowie die individuellen Bedürfnisse des Fahrers berücksichtigt werden.