Rollwiderstände – wie wirken sie sich auf unseren Geldbeutel aus?

  • Autor: OPONEO.DE

Auf die Reifen wirken sich unterschiedliche Kräfte aus. Schwerkraft, Luftwiderstand, Haftung auf der Straße, Gewicht und vieles mehr. Um sich bewegen zu können, muss das Auto all diese Kräfte überwinden. Die Rollwiderstände wirken sich nicht nur auf die Leistungen aus, sondern vor allem auf unseren Geldbeutel. Erfahren Sie, welchen Vorteil Ihnen ein optimierter Rollwiderstandsbeiwert bringt.

Was ist der Rollwiderstand eines Reifens?

  • Wenn ein völlig glatter Reifen auf perfekt ebenem Untergrund rollt, wird er nicht von außen abgebremst. Leider sieht die Realität ganz anders aus. Auf das Auto wirken sich physikalische Kräfte aus, die die Bewegung erschweren. Trotzdem bleiben wir in Bewegung und die Faktoren, die dieser entgegenwirken, werden als Rollwiderstände bezeichnet. Es handelt sich also um das optimierte Verhältnis zwischen der in die Bewegung eingesetzten Energie und den äußeren Faktoren, die die Bewegung verlangsamen


Auf die Räder wirken sich unterschiedliche Kräfte aus

Auf die Räder wirken sich unterschiedliche Kräfte aus

 

Wie wirken sich Rollwiderstände auf den Kraftstoffverbrauch aus?

Der Reifen biegt sich zyklisch, wenn er mit der Fahrbahn in Berührung kommt, um nach einer Weile wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Die daraus resultierenden temporären Verformungen führen zu Energieverlusten, deren Rückgewinnung für uns mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Die Rollwiderstände machen 70 % der sich auf die Reifen auswirkenden Kräfte aus. Durch die erschwerten aerodynamischen Verhältnisse benötigt man für dieselbe Strecke mehr Kraftstoff.

Bei niedrigen Rollwiderständen können bis zu 0,25 l Kraftstoff weniger pro 100 km eingespart werden. Diese Größe scheint nicht beeindruckend zu sein, denkt man aber daran, dass ein Fahrer in Polen durchschnittlich 20.000 km pro Jahr zurücklegt, dann kann sich das zu einem wesentlichen Betrag summieren.

 

Wissenswert!

Niedrige Rollwiderstände tragen nicht nur zu einem reduzierten Kraftstoffverbrauch bei.
... Die entsprechend optimierte Rollreibung ermöglicht zudem einen sparsameren Umgang mit den Betriebsflüssigkeiten des Fahrzeugs.
Sie haben auch einen positiven Einfluss auf die Umwelt, da die CO2-Emissionen reduziert werden.

Was macht die Rollwiderstände aus?

Die Rollwiderstände der Reifen ergeben sich aus mehreren Faktoren. Die wichtigsten davon sind:

  • der aerodynamische Widerstand – das ist der Widerstand, der die Umgebungsluft auf unsere Räder bringt. Der Pegel des aerodynamischen Widerstandes wächst mit der Geschwindigkeit und kann von 0 % bis zu 15 % des gesamten Rollwiderstandes ausmachen.

  • Gewicht - je weniger das Auto und seine Reifen wiegen, umso kleiner sind die Rollwiderstände. Niederquerschnittsreifen weisen ein geringeres Gewicht auf. Die Höhe des Modells wirkt sich auch auf dessen Steifigkeit aus, je kleiner, desto kleiner auch die Widerstände.

  • Bauweise und Form der Lauffläche – die verwendete Kautschukmischung und die optimierte Form der Lauffläche können die Rollreibung sogar um bis zu 60 % reduzieren.

  • Mikroschlupf - ein Phänomen, bei dem es durch die Verformung des Reifens zum Verlust der Haftung kommt. Die einzelnen Teile des Reifens geraten ins minimale Schleudern und verlieren dadurch an Energie. Der Anteil dieser Erscheinung an den Rollwiderständen ist verhältnismäßig niedrig. Fährt man geradeaus, so liegt er bei weniger als 5 %. Er kann beim abrupten Beschleunigen, Bremsen oder Drehen ansteigen.

  • Luftdruck im Reifen – beim unzureichenden Reifendruck wächst die Kontaktfläche zwischen den Reifen und der Fahrbahn. Zu wenig Bar im Reifen machen die Rollwiderstände um bis zu 30 % größer.

Der Einfluss der einzelnen Phänomene auf die Rollwiderstände ist einem einfachen Schema zu entnehmen:


Rollwiderstände - Schemata

Rollwiderstände - Schemata

 

Senkung des Rollwiderstandes = Verringerung der Reifenhaftung. Stimmt das wirklich?

Es herrscht die Überzeugung, dass mit der Reduktion der Rollwiderstände auch die Haftung des Reifens sinkt. Dies war bei älteren Reifen auch richtig. Durch die heutige Technologie und die innovativen Kautschukmischungen, die an Produkte mit niedrigen Rollwiderständen angepasst sind, werden die negativen Auswirkungen ausgeglichen, sodass eine hohe Haftung und Lebensdauer des Reifens sichergestellt werden.

Im vorgenannten Schema werden die Abhängigkeiten zwischen der Haftung und den Rollwiderständen bei unterschiedlichen Gummimischungen dargestellt.


Rollwiderstand

Rollwiderstand

 

Rollwiderstand - Kennzeichnungen. Wie sollte man sie ablesen?

Bis 2012 war die einzige Möglichkeit, den Rollwiderstand des Modells zu überprüfen, die Fachbeschreibungen, Fahrermeinungen, ADAC-Testergebnisse oder Autozeitschriften einzusehen. Die Lage hat sich mit der Einführung der obligatorischen Kennzeichnung durch Label zur Kraftstoffeffizienz, Lärmpegel und Haftung geändert. Von nun an können die Rollwiderstände bei neuen Reifen ganz leicht geprüft werden (siehe roter Kasten in der Zeichnung). Je höher die Kraftstoffklasse, umso niedriger der Widerstandsbeiwert.


Beispielhaftes Label an einem neuen Reifen.

Beispielhaftes Label an einem neuen Reifen.


Rollwiderstände von Reifen – Tabelle:

Die Kraftstoffeffizienz wird auf der Grundlage des Rollwiderstandsbeiwertes RRC festgelegt. Je höher der Beiwert, umso niedriger die Effizienzklasse und umso größer der Kraftstoffverbrauch. Die Faktoren für die einzelnen Kategorien sind der Tabelle unten zu entnehmen.

Effizienzklasse:

RRC in kg/t:

 

PKW

Lieferwagen

A

RRC ≤ 6,5

RRC ≤ 5,5

B

6,6 ≤ RRC ≤ 7,7

5,6 ≤ RRC 6,7

C

7,8 ≤ RRC ≤ 9,0

6,8 ≤ RRC ≤ 8,0

D

-

-

E

9,1 ≤ RRC ≤ 10,5

8,1 ≤ RRC ≤ 9,2

F

10,6 ≤ RRC ≤ 12,0

9,3 ≤ RRC ≤ 10,5

G

RRC ≥ 12,1

RRC ≥ 10,6


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