Unsere Autos werden immer intelligenter und unterstützen uns tatkräftig dabei, sicher von A nach B zu gelangen. Ein mittlerweile Pflichtbestandteil bei Neuwagen ist das sogenannte Antiblockiersystem –kurz ABS. Was das ist und welche Vorteile es mit sich zieht erfahren Sie hier.

Auto auf einer Schneespur

Was ist ein Antiblockiersystem (ABS)?

Die einfachste Antwort auf diese Frage liegt im Namen selbst: Das ABS verhindert, dass Ihre Reifen bei einer Vollbremsung blockieren und stellt sicher, dass Ihr Fahrzeug lenkbar bleibt. Denn nur während der Drehung lassen sich die Räder über die Steuerung bewegen. Blockieren die Räder bei starkem Bremsen (ohne ein ABS), schlittern sie sozusagen nur noch über die Fahrbahn und der Fahrer verliert die Kontrolle über die Lenkung. Das führt oft zu Kollisionen und Unfällen.

Grundsätzlich handelt es sich beim ABS um ein kleines technisches System, das es bereits seit den 80er Jahren gibt. Bei modernen Autos ist jedes Rad mit einem ABS Sensor ausgestattet, der die Drehzahl misst. Diese Information wird an das Steuergerät weitergeleitet. Kommt es nun zu einer (Voll)Bremsung und eines der Räder ist im Begriff zu blockieren, erkennt das System dies und löst den Bremsbelag teilweise an diesem Rad. Es kommt zu einer sogenannten „Stotterbremsung“, also das Rad – bzw. alle Räder – drehen und stoppen im schnellen Wechsel. Während des Drehens kann der Fahrer das Auto lenken, wodurch die Kontrolle des Fahrzeugs gewährleistet wird.

Übrigens: In der StVZO wird das ABS auch „Automatischer Blockierverhinderer“ (ABV) genannt.

Was bewirkt ein Antiblockiersystem (ABS)?

Es stellt sicher, dass eine ideale Reibung zwischen Fahrbahn und Reifen gehalten wird, was für die Bremsung vorteilhaft ist. Auch bei unregelmäßigen Fahrbahnen (bzw. Fahrbahnen mit ungleicher Traktion) kommt das ABS Ihnen zugute. Dadurch, dass die Drehzahl jedes Rads einzeln gemessen wird, kann der Bremsdruck an die individuellen Fahrbahnverhältnisse für jedes Rad angepasst werden. So wird zum Beispiel unkontrollierbares Schleudern vermieden.

Auto-Bremssystem

Welche Vorteile bietet ein Antiblockiersystem (ABS)?

Wie bereits erklärt bietet ein modernes ABS folgende Vorteile:

  • Verhinderung der Reifenblockierung beim Bremsen
  • Aufrechterhalten der Steuerungsfähigkeit beim Bremsen
  • Verringerung des Schleuder-Risikos beim Bremsen

ABS nachrüsten

Es ist theoretisch möglich, ein ABS an jedem Fahrzeug nachzurüsten. Allerdings ist die Installation kompliziert und aufwendig, denn sowohl an den Achsen als auch am Steuergerät müssen Elemente ausgetauscht und ergänzt werden. Hinzu kommt, dass ältere Systeme ggf. mit der neueren Technologie nicht kompatibel sind, wodurch auch diese Komponenten ausgetauscht werden müssten. Ob sich diese Aufrüstung lohnt, hängt meist von der Nutzungsdauer des Fahrzeugs ab. Steht ohnehin in näherer Zukunft der Kauf eines neuen oder neueren Autos an, könnten die Kosten den Nutzen schnell überwiegen. In jedem Fall sollten Sie für die Aufrüstung eines ABS Systems professionelle Hilfe hinzuziehen. Werkstätten und Händler haben das entsprechende Know-how und die technischen Mittel, sich der Aufgabe anzunehmen. Sie können ABS Sensoren wechseln und einbauen. Außerdem können sie mithilfe von Messgeräten Ihren ABS Sensor prüfen und damit sicherstellen, dass das ABS System einwandfrei funktioniert.

Defekter ABS Sensor

Wie jede Art von Technik unterliegt auch ein ABS Sensor ab und an technischen Fehlern und kann defekt werden. In den meisten Fällen macht sich das auf der Steueranzeige bemerkbar, wenn die ABS Leuchte blinkt oder aufleuchtet. Fehlt eine solche Anzeige, äußert sich ein defektes ABS meist durch stottern des Fahrzeugs oder eben dadurch, dass die Reifen bei einer Bremsung durchdrehen und Sie während des Bremsens nicht mehr lenken können.

Kommt es zum Austausch des ABS Sensors, sind damit selbstverständlich Kosten verbunden. Hier unterscheiden sich die Preise von Region zu Region natürlich erheblich. Wichtige Faktoren sind der Arbeitslohn (durchschnittlich zwischen 60 und 130 €) und die benötigten Ersatzteile. Ein ABS Sensor-Ersatz kostet zwischen 20 und 50 €. Je auszutauschenden Sensor können Sie also bei einem Arbeitsaufwand von etwa einer halben Stunde mit 50 bis 100 € rechnen. 

Motorradbremsen

ABS für das Motorrad

Auch für Motorräder sind ABS kleine Schutzengel. Motorrad ABS tragen zur erhöhten Sicherheit bei indem sie Stürze verhindern und den Bremsweg verkürzen. Seit Januar 2017 müssen Motorräder mit über 11 kW Leistung und mehr als 125 cm³ Hubraum serienmäßig mit ABS ausgestattet sein. Hierbei handelt es sich um eine verbindliche EU-Verordnung.

Die Art des ABS-Systems bei Motorrädern kann variieren. So haben Ducati und BMW zum Beispiel elektronisch geregelte Magnetventile und Honda verwendet ein Plunger-System, um den Bremsdruck zu regeln.