Reifenverschleiß- woran kann er erkannt werden?

  • Autor: OPONEO.DE

Wie sieht ein verschlissener Reifen aus?

  • Reifen, deren Profiltiefe das Niveau des Verschleißindexes TWI (1,6 mm) an einigen Stellen des Reifenumfangs erreicht hat,
  • ein verschlissener Reifen kann auch Reifen sein, der Beschädigungen aufweist, die keine Weiterverwendung zulassen,
  • ein verschlissener Reifen kann auch Reifen sein, der aufgrund seines Alters nicht für den Betrieb geeignet ist.

Was für eine Art des Verschleißes schließt einen Reifen aus dem weiteren Betrieb aus?

  • Profilverschleiß – wenn die Profiltiefe kleiner als 1,6 mm ist,
  • Absonderung von Reifenelementen, u.a. Profilablösung,
  • Verformung oder Aufdeckung des Wulstkerns (Bestandteil des Reifens, an dem der Reifen auf der Felge montiert wird),
  • Flecken, abgeriebene Stellen innerhalb des Reifens auf der Butylschicht (sog. marmorierter Verschleiß),
  • Wölbungen, Verformungen, die mit dem Riss des Kettfadens verbunden sind
  • sämtliche Schnitte und Risse von Gummi der Reifenseiten (auch oberflächlich), die zu einer Beschädigung der Kettfäden führen können.

Wenn wir bei Überprüfung des Reifens eins der oben genannten Anzeichen festgestellt haben, müssen wir uns bei einem Fachservice beraten lassen.

Profiltiefe und Traktionseigenschaften des Reifens

Reifen mit Profil, die die zulässige Mindesttiefe aufweisen, sind unvergleichlich schlechter als Reifen mit dem vollständigen Profil, besonders wenn es um Aquaplaning und die Steuerbarkeit auf nasser Fahrbahn geht. Reifen, dessen Profiltiefe 4 mm beträgt, verfügt auf nasser Fahrbahn nur über 65 Prozent der Haftung eines Reifens mit einem Profil von 8 mm. Ein Reifen mit vorgeschriebener Profiltiefe von 1,6 mm verfügt auf nasser Fahrbahn nur über 40 Prozent der Haftung eines Neureifens.

Reifenverschleiß – TWI Symbol

Reifenverschleiß – das Symbol TWI informiert über
den Reifenverschleiß bis zum Grenzwert 1,6 mm.

Was für Arten des Reifenverschleißes gibt es und wie sind sie zu erkennen?

In Bezug auf die Art des Reifenverschleißes können wir aussondern:

  • den Normalverschleiß,
  • den asymmetrischen Verschleiß,
  • den runden Verschleiß (Schulter),
  • den zentralen Verschleiß (eingefallen),
  • den lokalen Verschleiß,
  • Sägezähne.

Der Normalverschleiß kommt vor, wenn Reifen sich gleichmäßig an der gesamten Breite und am gesamten Profilumfang verschleißt.

Der asymmetrische Verschleiß kommt vor, wenn eine der Profilseiten sich schneller verschleißt als die andere Seite. Es kann mit einem falschen Radsturz verbunden sein.

Wölbung an der Reifenseite

Reifenverschleiß: Wölbung an der Reifenseite, Bild Michelin.

Der Verschleiß im Schulterbereich (runder Verschleiß) kommt vor, wenn die Höhe des verbleibenden Profils in der Mitte größer ist als an den Schultern.

Der Verschleiß des zentralen Profilteiles (eingefallen) kommt vor, wenn wir mit zu hohem Riefendruck fahren. Die Kontaktzone ist auf den zentralen Profilteil begrenzt, der unter dem Einfluss des Reifenaußendrucks hinausgestoßen wird – dies führt zum Verschleiß des zentralen Profilteils.

Der lokale Verschleiß kann beispielsweise durch heftiges Bremsen bei blockierten Rädern der Fahrzeuge, die nicht mit ABS ausgestattet sind. Der Verschleiß ist dann an einem Teil des Reifenumfangs intensiv. Diese Verschleißart kann aus Qualitätsproblemen des betroffenen Reifens resultieren.

Reifenverschleiß: zwei typische Arten des Reifenverschleißes

Reifenverschleiß: zwei typische Arten des Reifenverschleißes,
die aus dem falschen Reifendruck resultieren.

zwei Arten des Reifenverschleißes

Reifenverschleiß: zwei Arten des Reifenverschleißes,
die aus der Aufhängung des Fahrzeugs oder
aus der falschen Radauswuchtung resultieren.

Eine oft vorkommende Verschleißform ist die Sägezahnbildung. Dieser Verschleiß bedeutet eine ungleichmäßige Abnutzung der Profilklötze. Er nimmt die Form von Sägezähnen, die sichtbar und beim Fingertasten spürbar sind. Die Sägezahnbildung ist in der Regel eine unvermeidliche Erscheinung, doch ihre Intensität kann unterschiedlich sein und hängt von vielen Faktoren ab, wie:

  • Anpassung des betroffenen Reifenmodells an das Fahrzeug und die Aufhängung,
  • falscher Reifendruck und falsche Fahrzeugbelastung,
  • falsch gewählte Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitsindexe für das Fahrzeug,
  • Zustand der Aufhängung.

Reifen mit starker Sägezahnbildung können bei ihrer Nutzung aufgrund des generierten Lärms und der Schwankungen lästig sein. Um das Problem zu reduzieren, ist es empfehlenswert, Räder alle 10.000 km zu rotieren, den richtigen Reifendruck und die Belastung zu beachten sowie für den Zustand der Aufhängung zu sorgen.

Reklamation von Reifen

Wann sollten Reifen reklamiert werden?

Es ist nicht auszuschließen, dass anormaler Reifenverschleiß mit einem Fabrikationsfehler verbunden ist. Wenn wir wissen, dass ein Reifen richtig gefahren wurde und der empfohlene Reifendruck sowie zulässige Lasten beachtet wurden und der Zustand unseres Autos einwandfrei ist und der Reifen sich dabei anormal verschleißt, kann es ein Qualitätsproblem vermuten. Damit können insbesondere ein zu schneller Verschleiß sowie lokale Abnutzungen aller Art verbunden sein.

Reifenverschleiß und die Fahrsicherheit

Der Einfluss des Reifenverschleißes auf die Sicherheit auf zweierlei Weise betrachtet werden.

  • erstens: der Einfluss des Verschleißes auf das Verhalten und die Parameter des Reifens. Ein zu flaches Profil bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass Probleme mit der Autobeherrschung, insbesondere aus nasser Fahrbahn, auftreten können sowie Aquaplaning-Gefahr.
  • zweitens: die Wahrscheinlichkeit, dass die sich aus dem Verschleiß ergebenden Ereignisse auftreten. Es handelt sich hier um Risse, Ablösung des Profils, Abgang des Reifens von der Felge und Ähnliches.
 Reifen pflegen

Wie sollte man Reifen pflegen?

Der Reifenverschleiß ist in einem hohen Maße von uns selbst abhängig. Wie lange wir Reifen fahren und ob der Profilverschleiß oder - beschädigung der Grund für den Reifenaustausch ist, kann mit den folgenden Faktoren zusammenhängen:

  • falscher Reifendruck, der an die Belastung angepasst ist,
  • Beachtung der zulässigen Höchstlasten,
  • Betriebsbedingungen (innerorts, außerorts, Berggelände, Kurven),
  • Fahrstil, heftiges bremsen, Beschleunigen,
  • richtiger Radsturz,
  • Vermeiden von heftigen Hindernisüberwindungen (Schlaglöcher, Bordsteine),
  • Überprüfung des technischen Zustandes des Fahrzeugs (Geometrie, Radsturz, Aufhängung).

Das wichtigste Element scheint eine regelmäßige Überprüfung des richtigen Reifendrucks. Bedeutend ist hier das Wort „richtig“ – entsprechend den Herstellervorgaben und Lagerungsbedingungen. Der Reifendruck sollte weder zu hoch, geschweige denn zu gering sein. Beachten wir, dass ein 20% geringerer Reifendruck die Lebensdauer des Reifens um 30% reduziert, darüber hinaus wird dabei der Bremsweg verlängert und der Kraftstoffverbrauch ist höher.

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