Geschichte der Yokohama-Reifen

  • Autor: OPONEO.DE

Die Geschäftstätigkeit von Yokohama Rubber lässt sich in zwei grundlegende Segmente unterteilen. Lesen und erfahren Sie mehr über die Entwicklung dieses japanischen Unternehmens.

Das erste Geschäftsfeld wird von der Tire Group abgedeckt, die für über 70 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich ist und in drei Marktkategorien aktiv ist: Originalausstattung, Ersatzreifen und Reifen für den Export. Das erste Geschäftsfeld gehört der Multiple Business Group, die sich mit allem beschäftigt, was nicht mit Reifen verknüpft ist, d.h. Industriegütern und ingenieurtechnischen Erzeugnissen aus Gummi, wie Riemen, Schläuchen, Folien, Belägen, bis hin zu Sportartikeln. Für die meiste Zeit ihres Bestehens hat sich das Unternehmen hauptsächlich auf den Inlandsmarkt konzentriert, jedoch veranlasste es die starke Konsolidierung der globalen Reifen- und Gummiindustrie dazu, seine Tätigkeit gegen Ende des 20. Jahrhunderts geografisch auszuweiten. Diese internationalen Aktivitäten, mit starker Betonung auf Forschung und Entwicklung und ständig neuen Produkten, haben die Position des Unternehmens unter den weltweiten Wettbewerbern deutlich gestärkt.

Die Anfänge von Yokohama

Gegründet im Jahr 1917 als eines der zahlreichen japanischen Industrieunternehmen, die infolge der Öffnung Japans nach außen gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, entwickelte sich Yokohama Rubber in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dank dem Finden von Nischen in der im Aufbau befindlichen industriellen Infrastruktur Japans, in der ein großer Bedarf an Innovationen bestand. Der größte Erfolg des Unternehmens zu dieser Zeit war die Produktion eines Kordreifens, der 1921 auf den Markt gebracht wurde und der zur Basis für die weitere Entwicklung der Firma wurde. Die zuvor in Japan verwendeten Reifen wurden gewöhnlich aus Gewebe – hauptsächlich aus Leinwand – gefertigt. Der Hamatown Cord von Yokohama, der erste in Japan verkaufte Reifen, der mit Kordfäden versehen war, erwies sich als dreimal fester als die Reifen aus Gewebe und erlangte rasch Popularität auf den japanischen Straßen. Zur gleichen Zeit beschäftigte sich das Unternehmen mit der Entwicklung von Produkten im Bereich industrielle Systeme und nutzte dabei Gummi zur Perfektionierung der Leistung von Bandanlagen in Spinnereien und anderen Industriezweigen. 1921 begann das Unternehmen, Förderbänder aus Gummi mit beschnittenen Rändern auf den Markt zu bringen, die schnell die Lederriemen in vielen Industriebereichen ersetzten, und arbeitete weiter an der Verbesserung der Fertigungstechnologie von Bändern und Riemen. 1929 kam das erste V-Beförderungsband in Japan auf den Markt, das sich durch eine erhöhte Biegsamkeit und bessere Fördereigenschaften auszeichnete.

Das alte Logo von YokahamaDas zweite alte Logo

Diese frühen Maßnahmen waren die Grundlage für die dynamische Entwicklung in den 30er Jahren, als die schnell wachsende Wirtschaft Japans einen großen Bedarf an Gummierzeugnissen hatte, die in Autos sowie und verschiedenen anderen Industriebereichen Verwendung fanden. Yokohama entwickelte Ballonreifen, die speziell zur Vermeidung der Probleme mit dem Überhitzen projektiert wurden – gewaltige LKW-Reifen für LKWs, Reifen mit einem Y-Profil und – einer Mode folgend, die in den Vereinigten Staaten ihren Anfang genommen hatte – Reifen mit farbigen Seitenwänden. Im Jahr 1930 entwickelte das Unternehmen eine weiche Gummiauskleidung, die Metalle vor der Korrosion und Undichtigkeiten schützte und die in der chemischen Industrie Verwendung fand, und produzierte darüber hinaus ein hartes Gummiauflager zum Schutz von Schiffsantriebsschrauben.

Zu einem Wendepunkt in der Geschichte des Unternehmens Yokohama Rubber kam es 1935, als das Unternehmen begann, die größten japanischen Automobilhersteller – Nissan und Toyota – mit Reifen zu beliefern. Damit wurde Yokohama Rubber zu einem der bedeutendsten, Erzeugnisse aus Gummi herstellenden Unternehmen Japans. Das wachsende Ansehen der Firma veranlasste das Ministerium des kaiserlichen Hausesund Hofes zur Bestellung eines Satzes Reifen für das Auto des japanischen Tenno; der Liefervertrag sah anderthalb Jahre Tests und Entwicklungsarbeiten sowie die Fertigung von 24 Reifen vor. Im Jahr 1934 wagte die Firma den Schritt auf den internationalen Markt und patentierte in Japan und den Vereinigten Staaten einen einzelnen Schlauch zum Öleinfüllen, 1936 wurde dann die erste Hydraulikbremsleitung für Autos in Japan gefertigt. 1939 machte das Unternehmen den bislang größten Schritt in der schnell wachsenden Synthetikgummi-Industrie und stellte seinen ersten synthetischen Gummi her.

Die Fabrik Yokahama

Yokohama – 2. Weltkrieg und Ausweitung der Produktion auf neue Produkte in der Nachkriegszeit

Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs nahm Yokohama Rubber die Produktion von Flugzeugteilen auf – und wurde damit in einem Bereich tätig, in dem es keinerlei Erfahrungen hatte. Ab 1941 wurden Brennstoffzellen, Schläuche und Reifen für das kaiserliche Heer und die Jagdflugzeuge Zero und Hayabusa der japanischen Kriegsmarine produziert. Der riesige Bedarf an diesen Erzeugnissen in der Kriegszeit veranlasste Yokohama, im Jahr 1944 in Mie ein neues Werk zu eröffnen mit dem Ziel einer Steigerung der Produktion von Flugzeugreifen. Das verzweifelte Verlangen nach Teilen für Autos und industrielle Elemente im wirtschaftlich geschwächten Nachkriegs-Japan beeinflusste die Entscheidung über die Eröffnung eines weiteren Werks in Mishima im Jahr 1946. Beide Werke blieben später bis Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die wichtigsten Produktionsstandorte des Unternehmens Yokohama.

Wie viele weitere Sektoren der japanischen Wirtschaft entwickelte sich die Gummiindustrie in den 50er Jahren, nach dem Koreakrieg, dank des Bedarfs an militärischen Erzeugnissen seitens der US-Armee, sehr stark. Dies ermöglichte Yokohama Rubber, das 1950 an der Tokioter Börse debütierte, durch Aufnahme der Fertigung von Flugzeugreifen mit Nylonschnur im Jahr 1955, und innerhalb der folgenden zwei Jahre von Brennstoffelementen, Schläuchen und selbstdichtenden Verbindungsstücken eine Erhöhung seines Marktanteils bei Erzeugnissen für die Luftfahrt und das Unternehmen reagierte damit auf den großen Bedarf der Vereinigten Staaten im militärischen Bereich. 1957 begann Yokohama mit der Produktion von Reifen für Düsenflugzeuge. Parallel der Erweiterung der Produktion auf Flugzeugteilen setzte das Unternehmen den Prozess der Entwicklung und Markteinführung immer neuer Autoreifen fort, darunter die in den 50er Jahren auf den Markt gebrachten, mit Viskosekord verstärkten Reifen, die ersten japanischen schlauchlosen Reifen, Reifen aus Butylkautschuk, Winterreifen und Reifen aus Nylonkord. Darüber hinaus entwickelte das Unternehmen den Ganzjahresreifen Hamaking, der bis Anfang der 90er Jahre zur Standardausstattung japanischer Busse und LKWs gehörte. Die Firma begann auch, seine ersten Reifen aus synthetischem Gummi auf den Markt zu bringen.

Im industriellen Bereich warendie 50er Jahre eine Zeit derProduktion einer zunehmenden Zahl von Komponenten, unter anderem der ersten japanischen Kord-Förderbänder, die Kord in Gummiisolierung anstatt Leinwandisolierung nutzten, ein Material, das als Rollen in Stahlwerken Verwendung fand, einer Luftfeder für das Technische Forschungsinstitut der japanischen Staatsbahnen, luftgefüllte Gummipuffer, die von Schiffen inDocks genutzt wurden, Muttern, die sich nicht durch Vibration lösten und kautschukbasierte Kleber für Bremsbeläge. Die Ausdehnung des Geschäftsbereiches und Zunahme derZahl der hergestellten Produkte wurden durch eine erhöhte Produktionskapazität in zwei neuen, großen Yokohama Rubber Werken, die 1950 in Ageo und 1952 inHiratsuka eröffnet wurden, unterstützt.

Das aktuelle Logo

Yokohama – weitere Diversifikation in den 60er Jahren

Trotz der Entwicklung in den Bereichen industrielle Produkte und Flugzeugteile blieben Autoreifen der Schwerpunkt der geschäftlichen Aktivität von Yokohama Rubber. In den 60er Jahren stellte das Unternehmen eine Reihe von Entwicklungen vor, die seine Position als Top-Reifenhersteller der boomenden japanischen Wirtschaft mit einem durchschnittlichen Wachstum von rund 10 Prozent pro Jahr stärkten. Das Unternehmen begann, Vollstahlgürtelreifenfür LKW und Busse, Spikereifen, Hochleistungsreifen für den Motorsport, Radialreifen für Pkws und schlauchlose Reifen auf den Markt zu bringen. Im Bereich der Luftfahrt gewann Yokohama die Ausschreibung für die Lieferung von Reifen für die Boeing 727-Jets der Fluggesellschaft All Nippon Airways Co. Ltd. Militärische Lieferverträge mit den Vereinigten Staaten blieben auch weiterhin ein wichtiger Teil der Unternehmensgeschäfte und veranlassten Yokohama dazu, Abdichtmassen für Flugzeuge und Teflonleitungen für die Luftfahrt und Rohrleitungen zu entwickeln. Das Unternehmen entwarf auch neue Typen von Brennstoffzellen, Reifen, Rohr- und Schlauchleitungen, Zusatzbrennstofftanks, Isoliermatten und Enteiser für das neue Düsenflugzeug sowie im Jahr 1970, einen Füllstoff mit Wabenstruktur und strukturelle Klebstoffe für den Flugzeugbau.

Die Diversifikation des Unternehmens Yokohamain Richtung innovativer industrieller Produkte setzte sich in den 60er Jahren weiter fort, als das Unternehmen weitere Typen von Bandförderern, darunter Nylonbänder und feuerfeste Förderbänder, Gummifugen für Straßenfugen, die die vorhandenen Metallfugen ersetzen, Gummibeläge für Kernenergieanlagen sowie Gummiumzäunungen, die in Sportstadien Verwendung fanden, auf den Markt brachte. Das Unternehmen stellte auch erschütterungsfeste Rohrkupplungen für U-Boote, schalldichte Unterwassermaterialien für Kriegsschiffe, Gummisäcke für Baggerarbeiten, Hochdruckschläuche, Tanks zum Transport von Flüssigkeiten und Wasserabdichtbahnen für den Straßenbau her und entwickelte eine Reihe neuer Materialien, die als Abdichtmassen und Schmierstoffe Anwendung fanden. Diese Erfolge, die auf die beharrliche Forschung in allen drei Hauptgeschäftsbereichen von Yokohama Rubber Basis zurückzuführen waren, sorgten dafür,dass das Unternehmen großen Nutzen aus dem ungebremsten industriellen Wachstum in Japan zog.

Yokohama war nie ein reiner Reifenhersteller und das Unternehmen stärkte bis 1970 seine Position als bedeutender Industriekonzern, der Erzeugnisse für viele unterschiedliche Wirtschaftsbereiche anbot. Durch die Eröffnung des neuen Werks in Shinshiro im Jahr 1964 steigerte das Unternehmen seine Produktionskapazitäten und konnte die bisherige Vielseitigkeit und Flexibilität wahren. Die Eröffnung einer Yokohama Rubber Vertretung in den Vereinigten Staaten 1969 und einer Niederlassung in Kanada im Jahr 1970 waren die ersten Schritte des Unternehmens zur Ausdehnung seiner geografischen Reichweite und der Versuch, den Anschluss an die industrielle Entwicklung zu halten.

Yokohama – Innovationen im Bereich Reifen und Erweiterung des industriellen Angebots in den 70er Jahren

Die Steigerung der Umsätze bei allen Hauptproduktlinien veranlassten Yokohama, in den frühen 70er Jahren ein gewaltiges Investitionsprogramm in Angriff zu nehmen, das unter anderem die Eröffnung von zwei neuen, für spezielle Zwecke geplanten Werken einschloss. In dem 1973 eröffneten Ibaraki-Werk sollten fortan Hydraulikleitungen produziert werden. Das Onomichi-Werk, in dem 1974 die Fertigung aufgenommen wurde, spezialisierte sich auf die Fertigung großer Offroad-Reifen für Geländewagen. Das Unternehmen konnte sich weiterhin in allen drei Produktionsbereichen verstärken, entwickelte neue technische Lösungen für die Reifenindustrie und begann Radialreifen mit Stahlgürtel für PKWs, Radialreifen für Matsch und Schnee und weitere Offroad-Reifen, Alu-Räder zu produzieren und perfektionierte den Gummi, der in den vom Unternehmen hergestellten Reifen Verwendung fand. In den 70er Jahren setzte Yokohama Rubber den Ausbau seines Angebots an industriellen Produkten fort und fertigte Gummileitplanken für Fernstraßen und Gummiabdeckungen zur Verhinderung des Aufsitzens von Rankenfüßern, Muscheln und Seepocken auf Schiffsrümpfen, einen Schichtwerkstoff mit Honigwabenstruktur, neue Schlauchtypen, Gummisäcke für im Meer ausgelaufenes Erdöl, ein gegen Wetteränderungen beständiges Material zum Auslegen von Tennisplätzen und Laufbahnen, Schmelzkleber, schalldichte Räume, erschütterungsfeste und schalldichte Materialien für den Klavierbau, wasserfeste Böden für Schiffsladeräume und viele weitere Erzeugnisse.

Zur gleichen Zeit erweiterte sich auch die Tätigkeit im Bereich der Luftfahrt: Nach wie vor wurden Brennstoffelemente, Rohrleitungssysteme und vom Unternehmen in den vorangegangenen Jahrzehnten entwickelte Artikel hergestellt. Perfektioniert wurden aber auch ältere Entwürfe und es wurden neue Produkte vorgestellt. Ab 1972 produzierte das Unternehmen eine elektrische Vorrichtung, das die Vereisung der Propellerblätter von Hubschraubern verhinderte sowie sichere, beschädigungsfeste Brennstoffzellen für Flugzeuge, und brachte in den folgenden Jahren weiter vervollkommnete Erzeugnisse im Bereich Isoliermatten, Platten mit Wabenstruktur und vorimprägniert Materialien (Prepregs) heraus – halbfeste Materialien, die aus mit Kunstharz imprägnierten verstärkten Fasern bestehen und die bei der Fertigung der tragenden Teile von Flugzeugen Verwendung finden, die leicht und fest sein müssen. Yokohama nahm auch die Produktion von Ausrüstung für Raketen auf, unter anderem von Wärmetauschern und Bälgen. Das Unternehmen setzte seine Politik der Erweiterung des industriellen Angebots fortund begann1983, sich in der Produktion von Sportartikeln in Zusammenarbeit mit zehn Herstellern zu engagieren, die auf die Herstellung von Sportgeräten spezialisiert waren.

Yokohama – Zunahme des Wettbewerbsdruck in den 80er Jahren

Das plötzliche Erstarken der weltweiten Reifen- und Gummiindustrie gegen Ende der 80er Jahre und zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zwang Yokohama, von seiner bisherigen Politik der Konzentration auf den Binnenmarkt abzugehen. Das Motto lautete zu dieser Zeit „kaufen oder gekauft werden” und der Markt verkleinerte sich von 14 Wettbewerbern, die drei Viertel des weltweiten Absatzes unter sich aufteilten, auf die “Big Three”: Goodyear, Michelin und Bridgestone – die über die Hälfte des weltweiten Reifenumsatzes kontrollierten. Im Gegensatz zur globalen Konkurrenz setzte die Strategie von Yokohama eher auf kleinere Joint Ventures und Bündnisse zwischen Unternehmen als auf Fusionen und Firmenübernahmen, obwohl auch diese Strategie Anwendung fand. 1984 trennte das Unternehmen sein kanadisches Geschäft von der Geschäftstätigkeit in den Vereinigten Staaten ab und erwarb im folgenden Jahr 26 Prozent der Anteile an dem malaysischen Reifenhersteller IT International – in einem Geschäft, das technische Unterstützung für das malaysische Unternehmen durch Yokohama einschloss. Zwei Jahre später ging in den USA ein Unternehmen an den Start, das gemeinsam mit Yokohama Aeroquip Co. und Aeroquip Co. USA. Automobilausrüstung herstellte und vertrieb – Aeroquip Automotive. Im selben Jahr erwarb das Unternehmen eine 10-prozentige Beteiligung an dem größten südkoreanischen Reifenhersteller Hankook Tyre Manufacturing Company und im folgenden Jahr nahm es mit dem Ziel der Entwicklung einer Extraktions- und Pulverisierungstechnologie zur Gewinnung nutzbarer Stoffe aus den Resten von Naturgummi die Kooperation mit dem Rubber Research Institute of Malaysia auf.

1987 brachte Yokohama das Projekt der Erweiterung der Tätigkeit der Fabrik in Hiratsuka auf den Weg, in der Flugzeugteile hergestellt wurden und begann mit der Fertigung von großen Motorteilen für die Rakete H-11. Es erwarb 40 Prozent der Anteile an dem Hersteller von Platinen für Industriemaschinen Togoshi Co. und schloss einen Vertrag mit dem amerikanischen Unternehmen Technical Wire Products Inc. über die Herstellung und den Vertrieb der von dieser hergestellten elektromagnetischen Abschirmstoffe in Japan. Yokohama gründete auch ein Joint-Venture-Unternehmen mit einem weiteren amerikanischen Unternehmen – Morton Thiokol Inc. – zur Herstellung und zum Vertrieb von Polyurethandichtungen für Autowindschutzscheiben in den Vereinigten Staaten. Im selben Jahr demonstrierte Yokohama der Welt seine technische Leistungsfähigkeit und löste die Verträge mit mehreren amerikanischen und europäischen Reifenherstellern auf, die dem Unternehmen zuvor ihre technischen Erfahrungen zur Verfügung gestellt hatten.

Nach einem Aktientausch mit einem anderen japanischen Unternehmen der Gummibranche – Toyo Tyre and Rubber Co. – gründete Yokohama 1988 mit der Marubeni Corporation eine Joint-Venture-Gesellschaft mit dem Ziel des Verkaufs von PKW-Reifen und Stahlgürtelreifen für LKWs und Busse in Deutschland. Im selben Jahr machte das Unternehmen den bislang größten Schritt auf den riesigen US-amerikanischen Reifenmarkt, als sie im Rahmen eines Joint-Ventures mit Toyo Tyre and Rubber und dem deutschen Konzern Continental Aktiengesellschaft den Bau eines Werkes in Angriff nahm, in dem Radialreifen für Lastkraftwagen und Busse in den Vereinigten Staaten gefertigt werden sollten. Die Fabrik in Mount Vernon im Bundesstaat Illinois war zur Fertigung von maximal 880.000 Reifen pro Jahr ausgelegt. Yokohama machte im Jahr 1989 noch einen Zug auf dem US-Markt, als das Unternehmen für rund 150 Millionen US-Dollar die amerikanische Firma aus der Gummibranche Mohawk Rubber Co. Ltd. mit einer Reifenfabrik in Virginia, einem Werk für industrielle Gummierzeugnisse in Ohio und Werken zur Reifenrunderneuerung in Alabama und Kalifornien erwarb. Kurz darauf ließ das Unternehmen verlauten, dass es plant, innerhalb der folgenden fünf bis sechs Jahre 200 Millionen Dollar zur Steigerung der Produktionskapazität des Werkes aufzuwenden. Im selben Jahr verstärkte Yokohama seinen Angriff auf den amerikanischen Markt und startete seine erste TV-Werbekampagne und gründete ein Joint-Venture mit der Firma Hankook in Südkorea zur Fertigung von Schläuchen und Felgenbändern. Der Vorstandschef des Unternehmens, Kazuo Motoyama, fasste die Ausrichtung der Geschäftstätigkeit von Yokohama im Jahr 1989 folgendermaßen zusammen: „Wir haben nicht die geringste Absicht, ein lokal begrenzter japanischer Reifenhersteller zu bleiben”.

Yokohama in den 90er Jahren – Globalisierung, Gewicht auf Forschung und Entwicklung

Berücksichtigt man den relativ späten Eintritt in den globalen Gummimarkt, hat Yokohama Rubber eine ausgesprochene schnelle Entwicklung genommen, die sowohl die Übernahme anderer Unternehmen, als auch eine organische Entwicklung zu Beginn der 90er Jahre einschloss. Nur im Jahr 1990 erwarb Yokohama 49 Prozent an dem taiwanesischen Hersteller von Gummischläuchen Shieh Chi Industrial Co., nahm die Produktion in Portugal auf, unterzeichnete eine technische 5-Jahres-Vereinbarung mit einem weiteren koreanischen Unternehmen, Bukdoo Chemical, und unternahm die ersten Schritte hin zur Aufnahme des Exports von Radialreifen für Motorräder nach Brasilien. Das Unternehmen plante seine Expansion vom asiatischen und nordamerikanischen Markt auf den europäischen Markt, durch Einrichtung von Werken und Vertriebszentren auf dem ganzen Kontinent. Die verstärkte Durchdringung des asiatischen Marktes und der Pazifikküste erfolgte im Ergebnis der Eröffnung neuer Produktionsstätten auf den Philippinen und in Australien in der Mitte des Jahrzehnts. Zusammen mit der raschen geografischen Ausdehnung setzte Yokohama die Finanzierung seines Forschungs- und Entwicklungsprogrammes fort. Dadurch konnten neue Produkte in mehreren Bereichen entwickelt werden, unter anderem stromleitfähige Stoffe, ein antistatischer Bodenbelag, eine Leiterplatte, die Wärme besser als herkömmliche Leiterplatten verteilt, neue vorimprägnierte Materialien (Prepregs), die als Grundkonstruktionselemente von Flugzeugen Verwendung finden, neue Kleber für Autoscheiben und einen Raum, der isoliert Radiowellen mit glatten, flachen Wänden, der Antwort auf den Bedarf der Hersteller von elektronischem Gerät und Anlagen war.

Die geografische Expansion der Geschäftstätigkeit des Unternehmens und die Steigerung der Zahl der hergestellten Erzeugnisse hatten das Ziel, der nach wie vor starken Konkurrenz entgegenzutreten, insbesondere dem Weltmarktführer Michelin, der zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts einen Preiskrieg begonnen hatte. In der Hoffnung auf eine rasche Schwächung der Rivalen hatte das französische Unternehmen eine Senkung der Preise für die zu dieser Zeit nahende weltweite Rezession geplant. Zusammen mit vielen anderen Unternehmen, mit denen es im Wettbewerb stand, hatte Yokohama in der ersten Hälfte des Jahrzehnts sinkende Verkaufszahlen und schmelzende Gewinne zu verzeichnen. Die Einnahmen sanken von 441,4 Milliarden Yen im Jahr 1991 auf 379,4 Milliarden Yen im Jahr 1994 und der Nettogewinn fiel von 5 Milliarden Yen auf einen Verlust in Höhe von 207 Millionen Yen im Jahr 1993, bevor er noch während desselben Zeitraums erneut auf 2,1 Milliarden Yen anstieg. Die Änderung des Stichtags der Berichtsperiode im Unternehmen verkürzte das Geschäftsjahr 1995 auf lediglich 3 Monate (vom 1. Januar 1995 bis 31. März 1995).

Trotz der Tatsache, dass der Umsatz im Geschäftsjahr 1996 (das am 31. März zu Ende ging) den ersten jährlichen Anstieg nach Beginn des Jahrzehnts auswies, hatte der Nettogewinn weiterhin fallende Tendenz und sank auf 563 Millionen Yen (5,3 Millionen US-Dollar) seit dem Geschäftsjahr 1994. Der Unternehmensvorstand machte sein Tochterunternehmen in den Vereinigten Staaten, die Yokohama Tire Corp., für die schwachen Ergebnisse verantwortlich. Das Unternehmen litt finanziell unter den hohen Kosten des Schuldendienstes und den hohen Rohstoffpreisen. Die Reorganisation der Geschäftstätigkeit in den USA in der Mitte des Jahrzehnts hatte die Zunahme der Produktion durch gleichzeitige Steigerung der Produktionskapazitäten, eine Verstärkung des Vertriebs und die Verringerung der Beschäftigung zum Ziel.

Es schien, dass sich Yokohama Mitte der 90er Jahre mit seiner Position außerhalb der “Big Three” der Branche abgefunden hatte. Anstatt sich auf den Kampf um den Absatz auf dem Markt für Originalausstattung mit geringen Gewinnspannen zu konzentrieren, sah die Zukunftsstrategie des Unternehmens eine weitere Konzentration auf Forschung und Entwicklung, mit besonderem Schwerpunkt auf hochprofitable Nischenprodukte vor. Es schien nur wenig wahrscheinlich, dass die Firma ihr Reifen-Kerngeschäft aufgeben würde, das die Fertigung von Originalausrüstungs-, Ersatz- und Spezialreifen umfasste und das Mitte der 90er Jahre nach wie vor über zwei Drittel der Gesamtumsätze ausmachte. Trotzdem erwartete man, dass der Verkauf von nicht mit Reifen verbundenen Erzeugnissen in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts am schnellsten wachsen wird.

Yokohama – Kalendarium

  • 1917 (Oktober) – Gründung in Yokohama in der Präfektur Kanagawa als gemeinsame Unternehmung von Yokohama Cable Manufacturing Co., Ltd. (heute Furukawa Electric Co., Ltd.) und BF Goodrich, USA.
  • 1919 – Bau des Hiranumu-Werks in Hiranuma, Yokohama.
  • 1929 – Bau des Yokohama-Werks im Bezirk Tsurumi, Yokohama.
  • 1937 – Änderung der Handelsbezeichnung für Reifen und industrielle Produkte in "Yokohama".
  • 1944 – Bau des Mie-Werks.
  • 1950 – Erwerb des Mishima-Werks von der Meiji Rubber Manufacturing Co., Ltd.
  • 1951 – Fertigstellung des Hiratsuka-Werks.
  • 1955 – Erhalt der Patentrechte und Unterzeichnung eines Kaufvertrags mit der Aeroquip Corporation (USA).
  • 1961 – Fertigstellung des neuen Hauptsitzes des Unternehmens Yokohama.
  • 1963 – Gründung von Hama Chemical Co., Ltd. / Änderung des Firmennamens in Yokohama Rubber Co., Ltd.
  • 1969 – Fertigstellung des Forschungszentrums / Gründung der Yokohama Tire Corporation in den Vereinigten Staaten.
  • 1974 – Start des Probebetriebs im Onomichi-Werk. / Abgeschlossene erste Bauphase des Ibaraki-Werks und Aufnahme der Fertigung.
  • 1976 – Gründung von Yokohama Tyre Australia Pty Ltd.
  • 1983 – Gründung von Sports Complex Co., Ltd.
  • 1984 – Gründung von Yokohama Tire (Kanada) Inc..
  • 1986 – Fertigstellung der Anlage zur Durchführung umfassender Tests der D-PARC Reifen (Daigo Proving-Ground and Research Center).
  • 1988 – Gründung der Yokohama Reifen GmbH. / Gründung von Tokyo Hamatite Co., Ltd.
  • Gründung von GTY Tire Co., Ltd.
  • 1989 – Einrichtung der Teststrecke für Wintertests T * MARY (Takasu Motoring and Researching Yard). / Erwerb der Mohawk Rubber Company, USA.
  • 1991 – Fertigstellung des F & E Zentrums RADIC im Hiratsuka-Werk.
  • 1992 – Gründung der SAS Rubber Company.
  • 1993 – Erklärung standardmäßiger, mit dem Umweltschutz verbundener Aktivitäten und Entwicklung eines Aktionsplans zur Förderung des Umweltschutzes. / Sicheres Bereifungssystem und umweltfreundliche Reife, die auf der 30. Tokyo Motor Show in Anlehnung an das Leitthema "Hoch entwickeltes Yokohama-Automobilsystem" ausgestellt werden
  • 1994 – Gründung der PRGR Co. Ltd.
  • 1996 – Yokohama Aeroquip wird zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Yokohama Arise Co., Ltd. / Gründung eines Unternehmens, das Reifen und Zubehör für Wohnmobile vertreibt. / Der Name Yokohama Aeroquip wird in Yokohama Hydex Company geändert. / Gründung von Yokohama Rubber (Thailand) Co, Ltd. – einem Unternehmen, das Dichtungen für Autofrontscheiben herstellt und Hydraulikschläuche montiert. / Das Hiratsuka-Reifenwerk wird nach ISO 9001 zertifiziert.
  • 1997 – Bau eines neuen Werks, in dem Dichtungen für Windschutzscheiben hergestellt werden in Kentucky, USA. / Fertigstellung einer neuen Fabrik auf dem Gelände des Ibaraki-Werks, in dem Dichtungsmaterialien hergestellt werden. / Gründung neuer Unternehmen, die Reifen in Vietnam herstellen und verkaufen.
  • 1998 – Das Mishima-Werk erhält die Zertifizierung nach ISO 14001. / Es werden Anstrengungen unternommen, um bis Ende 1999 eine Zertifizierung für alle Werke zu erhalten. / Dem Shinshiro-Werk und der Hiratsuka-Reifenfabrik wird der TPM Excellence Award verliehen.
  • 1999 – Das Mie-Werk wird nach ISO 14001 zertifiziert. / Man bemüht sich, bis Juli desselben Jahres die Zertifizierung aller Fabriken abzuschließen. / Yokohama Tire Philippines, Inc. wird ein Jahr nach Aufnahme des Betriebs nach ISO 9002 zertifiziert. / Die Yokohama Hydex Company erhält das QS 9000 Zertifikat, die Zertifizierung des Qualitätssicherungssystems für die "großen Drei" US-amerikanischen Automobilhersteller und wird nach ISO 19 001 zertifiziert. / Alle Werke des Landes sind nun ISO 14001 zertifiziert. / Gründung einer Stipendienstiftung bei der Yokohama Tire Philippines, Inc.
  • 2000 – Yokohama Rubber (Thailand) Co, Ltd. wird nach QS 9000 und ISO 9002 zertifiziert. / Die Funktionen Vertrieb, Projektierung und Entwicklung von Schläuchen und Armaturen werden in ds Unternehmen Yokohama Hydex verlagert. / YH America Inc. erhält das QS 9000 Zertifikat. / Yokohama Tire Philippines, Inc. wird nach ISO 14001 zertifiziert.
  • 2001 – Yokohama Rubber Co., Ltd. und die Continental AG beschließen eine strategische Partnerschaft. / Aufnahme der Aktivitäten unter der Bezeichnung "Null Emissionen" zur Verringerung der Menge von Industrieabfällen in den Orten ihrer Lagerung. / Die beiden Objekte, die der Yokohama Hydex Company gehören, der Zweigbetrieb Hiratsuka und das Nagano-Werk werden nach ISO 14001 zertifiziert.
  • 2002 – Ausarbeitung des Grand Design – einer langfristig angelegten Geschäftsstrategie. / YH America Inc. wird nach ISO 14001 zertifiziert.
  • 2003 – Yokohama Rubber (Thailand) Co, Ltd. wird nach ISO 14001 zertifiziert. / Die vier Produktionsstätten im Land erzielen eine Null-Emission. / Yokohama Rubber beabsichtigt, eine Produktionsbasis für LKW/Bus-Radialreifen in Thailand zu schaffen – der Beginn des Projektes ist für April 2005 geplant.
  • 2004 – Ein neues belgisches Vertriebsunternehmen für Reifen, das von Yokohama Rubber gegründet wurde, soll in diesem Jahr seine Geschäftstätigkeit aufnehmen. / Yokohama Rubber beabsichtigt, ein neues Unternehmen in China zu gründen, von dem PKW-Dichtungen produziert und vertrieben werden. / Yokohama Rubber plant die Schaffung eines integrierten Unternehmens, das sich beschäftigt mit Fertigung/Montage/Vertrieb von Schläuchen durch Schlucken von Yokohama Hyde. / Personelle Veränderungen im Unternehmensvorstand. / Yokohama Rubber beabsichtigt, eine Zweigniederlassung in China zu gründen, die sich mit der Montage und dem Vertrieb von Hochdruckschläuchen beschäftigt.
  • 2005 – Yokohama Rubber gründet eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die sich mit dem Verkauf von Reifen in Korea beschäftigt. / Yokohama gründet ein Vertriebsunternehmen, das Reifen in Russland verkauft. / Der europäische Zweig von Yokohama soll zur Überseeniederlassung werden, über die der Vertrieb in Europa koordiniert wird. / Yokohama Rubber plant den Bau eines Werks in Thailand, in dem Reifen für PKWs und Transporter gefertigt werden. / Die Yokohama-Niederlassung weiht das thailändische Werk für LKW-und Busreifen ein. / Ein Joint-Venture soll Förderbänder in China produzieren und verkaufen. / Das neue Unternehmen soll die geschäftlichen Operationen und die Tätigkeit im Reifenbereich in China kontrollieren.
  • 2006 – Hangzhou Yokohama Tire, das zu Yokohama Rubber gehört und nach ISO 14001 zertifiziert ist, bildet in China die Basis für die Fertigung und den Verkauf von PKW-Radialreifen. / Yokohama Rubber kündigt einen neuen Managementplan an: Grand Design 100. / Yokohama Rubber beabsichtigt, durch Aufnahme der Zusammenarbeit mit einem führenden Unternehmen, das Reifen runderneuert, den Verkauf von LKW-und Busreifen in Europa zu stärken. / Yokohama Rubber plant die Schaffung einer Tochtergesellschaft in Indien. / Berichtigung der Prognosen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2007...

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