Geschichte der Dunlop

  • 03.10.2012
  • Autor: OPONEO.DE

Die Geschichte vom selbst inspirierten Engagement Dunlops in der Reifenherstellung klingt heute wie eine der sagenhaften Erzählung über Archimedes und sein "Heureka" entsprechenden Legende. 1888 beobachtete ein Ire, wie sein Sohn auf einem Dreirad seine Runden auf dem holperigen Pflaster drehte.

Dieses war mit Hartgummi bereift, was den Kleinen an der Entfaltung größerer Geschwindigkeiten hinderte und darüber hinaus keinerlei Fahrkomfort bot. Er eilte ihm zu Hilfe und umwickelte die Räder mit dünnen Gummibändern, die er anschließend mithilfe einer Fußballpumpe aufpumpte. Als Ventil diente… das Oberteil einer Babyflasche!

Dunlop Reifen Logo

Aus diesem unschuldigen Spaß wurde eine der bedeutendsten Erfindungen in der Geschichte der Reifenindustrie geboren. John B. Dunlop ebnete damit den Weg zum ersten Luftreifen. Knapp ein Jahr später wurde die Erfindung des Veterinärs aus Belfast bereits für ein herkömmliches, zweirädriges Fahrrad genutzt. Einem wenig bekannten Fahrer gelang es, seine stärkeren Rivalen mit Leichtigkeit in einer Serie von Fahrradrennen zu schlagen. Das Geheimnis seines Erfolges? Luftreifen.

Natürlich ließ Dunlop seine Idee unverzüglich patentieren (31. Oktober 1888) und begründete 1889, mit mehreren Geschäftsleuten aus Dublin das Konsortium The Dunlop Pneumatic Tyre Company. Ein Jahr darauf eröffnete Dunlop in Dublin seine erste Reifenfabrik, aus der nach nur wenigen Monaten bereits Fahrradreifen ihren Weg nach Australien und zu Weihnachten 1890 in die Vereinigten Staaten fanden. Die Entwicklung der Firma in den ersten Jahren war spektakulär – 1893 wurde die Fertigung in zwei Auslandswerken aufgenommen – im deutschen Hanau (heute Dunlop-Forschungs- und Entwicklungszentrum) und in Australien – und wurde auch in den USA eine Produktionsstätte in Betrieb genommen. In Melbourne eröffnete Dunlop eigene Büros. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Erzeugnisse der britischen Marke in fast ganz Westeuropa, den Vereinigten Staaten und Kanada sowie Australien und dem Südpazifik verkauft. Bereits gegen Ende des Jahrzehnts war die Dunlop-Fabrik in Dublin dann nicht mehr imstande, die Nachfrage nach Reifen für Fahrräder zu befriedigen, die zu einem Massentransportmittel geworden waren. Aus diesem Grund wurde das Werk 1898 ins englische Coventry verlegt und vier Jahre darauf auf einem riesigen, über 160 Hektar großen Gelände in Erdington bei Birmingham und dem imposanten, "Fort Dunlop" genannten Gebäude angesiedelt, in dem außer einer modernen Fabrik auch alle Firmenbüros Platz fanden.

Dunlop-Gründer - John BoydJohn Boyd

Zeit der Erfinder

Die Unternehmensführung hatte zu Beginn des neuen Jahrhunderts keine Absicht, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. John B. Dunlop wusste, dass zur Nachfrage nach Fahrradreifen bald der wachsende Bedarf der Automobilindustrie hinzukommt (1900 begann die Firma mit der Produktion von Autoreifen). 1910 investierte die Firma in eine eigene Kautschukplantage mit einer Fläche von über 20 Tausend Hektar. Drei Jahre später feierte Dunlop die Eröffnung seines Werks im japanischen Kobe. Ohne zu übertreiben, kann gesagt werden, dass die kraftvolle und auf Expansion ausgelegte Tätigkeit von Dunlop die Reifenindustrie revolutioniert hat – Vollreifen gehörten von nun an der Vergangenheit an und die mit dem Logo der britischen Firma versehenen Erzeugnisse wurden fast weltweit zum vertrauten Anblick. Auf den Markt kamen weitere Dunlop-Innovationen. 1922 (ein Jahr nach dem Tod des Firmengründers) verwendeten die Dunlop-Ingenieure zur Herstellung der Reifen bereits Stahldraht und Textilcord, wodurch sich ihre Beständigkeit verdreifachte. Zusammen mit der vertieften Felge wurden sie bald zum Standard. 1948 stellte die Firma einen schlauchlosen Reifen mit einer selbstdichtenden Schicht vor, die das Ausweichen von Luft im Falle eines Gummischadens verhinderte. Es wird geschätzt, dass sich die Zahl der Reifenplatten bis 1954, als die Dichtungsschicht durch die fortschreitende Entwicklung abgelöst wurde, von einem pro 16.000 Meilen für Schlauchreifen auf einen pro 80.000 Meilen im Falle von schlauchlosen Reifen reduziert hatte.

1954 brachte Dunlop die ersten Reifen mit einem ausgeprägten messergeschnittenen Lamellenprofil (RS5), eine Nylonreifendecke für Stärke und Widerstand bei hohen Geschwindigkeiten und die Sicherheitsschulter auf den Markt, die von Ingenieuren in Deutschland entwickelt wurde. Ein weiterer Meilenschritt, nicht für die Marke selbst, sondern die gesamte Branche, war die Entdeckung eines bis dahin ungeklärten Phänomens (Aquaplaning) durch das technische Team von Dunlop. Die Patentierung des als SP 68 eingeführten Reifens, der ein deutlich engmaschigeres Lamellen-Netz in der Profiloberfläche und die als „aquajets” bekannt gewordene Besonderheit (Tunnel durch die Seitenrippen des Profils), durch die Wasser seitlich abgeführt werden konnte, aufwies, war ebenfalls ein Wendepunkt in Richtung einer Verbesserung der Fahrsicherheit.

Der Reifen DunlopDunlop Motorradreifen

Über 600 km pro Stunde? Kein Problem

1972 entwickelte Dunlop den ersten Stahlgürtelreifen und ein Jahr darauf das Modell Denovo, das erste pannensichere Rad/Reifen-System. Seine verbesserte Version – Denovo 2 – wurde 1979 um das Denloc System ergänzt, bei dem eine Gummi-Rippe auf dem Wulst die plötzliche Ablösung des Reifens von der Felge im Pannenfall verhinderte. Dunlop beschränkte sich nicht darauf, ausschließlich in einer Branche Maßstäbe zu setzen. In den Dunlop-Werken wurden auch Bremssysteme, Räder, Tennis- und Golfbälle und sogar Bodenbeläge hergestellt. Nach der Übernahme der Charles Mackintosh-Gruppe (1925) erweiterte sich das Angebot von Dunlop um wasserfeste Schuhe und Kleidung und die Gründung der Aerospace Division innerhalb des Konzerns machte es möglich, auch in der Luftfahrtbranche zu bestehen (Dunlop stellt bis heute Flugzeugreifen und andere Gummiteile für den Flugzeugbau her).

Dunlop Reifen für MercedesDer Reifen Sp Sport Maxx

Die Reifen der Marke Dunlop sind seit den ersten Siegen in Radrennen eng mit dem Sport verbunden. 1902 errangen Fahrer auf Reifen mit dem Buchstaben D einen überragenden Erfolg beim Autorennen Paris-Wien. Bereits 1920 produzierte die Firma Reifen, mit denen Geschwindigkeiten von über 300 km/h möglich waren. Diese verhalfen Henry Segrave 1927 zu einem Landgeschwindigkeitsrekord mit 372 km/h. 1947 wurde dieser Rekord, ebenfalls auf Dunlop-Reifen, von John Cobb verbessert, der das Limit auf eine Geschwindigkeit von 634 km/h trieb. Heute kann die britische Marke auf eine lange Reihe von Siegen im mörderischen 24-Stundenrennen von Le Mans 24 und auf 8 Weltmeistertitel und 82 Grand-Prix-Siege in der Formel 1 verweisen. Dunlop-Reifen sind untrennbar mit den größten Erfolgen solch herausragender Fahrer wie Jackie Stewart, Jack Brabham, Jim Clark, Phil Hill, Graham Hill und John Surtees verbunden.

Rezept gegen die Krise

Dunlop Auto

In den fünfziger Jahren kontrollierte Dunlop die Hälfte des britischen Marktes. Im darauf folgenden Jahrzehnt begann das Gewicht des Unternehmens jedoch, zugunsten von Wettbewerbern wie Goodyear und Michelin abzunehmen. Dies war eng mit der falschen Einschätzung der Nachfrage nach Radialreifen verbunden. Zu Beginn der sechziger Jahre machten die Dunlop-Chefs einen schweren Fehler, als sie anstelle von mit Stahlgürtel versehenen Reifen mit deutlich längerer Lebensdauer auf die Produktion billigerer Textilgürtelreifen setzten. Bei Dunlop wurde die erste Option ignoriert und in der Folge bekam das Unternehmen erste Schwierigkeiten.

Rettung aus der Krise sollte ein 1971 geschlossenes, langfristiges Kooperationsabkommen mit Pirelli bringen. Dunlop übernahm einen Teil des italienischen Herstellers, sah jedoch nicht die gigantischen Verluste voraus, die dieser in der Folgezeit einfuhr und so trennten sich beide Unternehmen im Jahre 1981 wieder. Für das britische Unternehmen brachte dies eine weitere Verschärfung der Lage. Fast genau zum einhundertsten Geburtstag des Unternehmens fand sich Dunlop am Rande der Pleite wieder. Rettung kam aus Japan. Der Sumitomo-Konzern, der seit 1963 Eigentümer des Dunlop-Zweigs im Land der Kirschblüte war, beschloss, diese Operation auch auf anderen Kontinenten zu wiederholen. 1984 übernahm Sumitomo 98 Prozent des gesamten Unternehmens Dunlop Rubber. Die übrigen Gesellschaften innerhalb des Dunlop-Konzerns wurden in den neunziger Jahren von anderen Marktteilnehmern aufgekauft.

Am Ende des Jahrzehnts und zur Verabschiedung des 20. Jahrhunderts konnte Dunlop auf eine konsolidierte organisatorische und finanzielle Lage und leistungsfähigere Produktion blicken, was dank der Implementierung eines auf lange Sicht angelegten Sanierungsplans möglich gewesen war. Wir waren auch Zeugen weiterer Innovationen – 1999 meldeten die Ingenieure der britischen Marke die Entwicklung des Reifendruck-Warnsystems WARNAIR (das einen Abfall des Reifendrucks erkennt und den Fahrer darüber informiert) – und vor allem des finalen Schritts, der die Position des Unternehmens Dunlop auf dem Weltmarkt festigte. Sumitomo schloss mit Goodyear Tire & Rubber Company ein strategisches Bündnis und wurde damit zum weltweit größten Reifenhersteller. Heute ist Dunlop Europe als Abteilung der Goodyear Dunlop Tyres B.V. Teil eines Joint Ventures, das sechs Unternehmen umfasst.

Dunlop Reifen

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