Geschichte der Dębica

  • Autor: OPONEO.DE

1937 wurde in den Vereinigten Staaten die Eröffnung der Golden Gate Bridge in San Francisco gefeiert. George VI. wurde zum König vonGroßbritannien und Nordirlandgekrönt und der Nobelpreis für Medizin ging an unseren ungarischen „Neffen” Albert Szent-Gyorgyi. Etwa zu dieser Zeit begann in Dębica auch der Bau der Fabrik des größten polnischen Reifenherstellers.

Die Geschichte der Marke Dębica begann mit der Entscheidung der polnischen Regierung über die Schaffung des staatlich gelenkten, Zentralen Industriebezirks (Centralny Okręg Przemysłowy, COP), eines der größten wirtschaftlichen Unterfangen der Zweiten Polnischen Republik. Die Fabrik für Synthesekautschuk, Reifen und Farben wurde in der Region Karpatenvorland angesiedelt. Autor des technologischen Projekts war der US-Amerikaner E. Hoovrer, der bei seiner Arbeit von Edward Wróblewski, Leiter der Bauabteilung des Posener Reifenherstellers Stomil unterstützt wurde. Das technische Projekt erarbeiteten Fachleute der amerikanischen Firma General Tire and Rubber Company in Zusammenarbeit mit drei polnischen Ingenieuren: Kazimierz Obrębski, Henryk Sagań und Wiktor Piotrowski. Nach etwas mehr als einem Jahr wurde die Produktionshalle mit einer Kubatur von 59.500 m³ fertiggestellt. Das Werk wurde mit für diese Zeit modernsten Maschinen der englischen Firma Francis Shaw Company Ltd. Aus Manchester ausgestattet. Die gesamte Investition verschlang 300.000 Polnische Złoty.

Dębica – gigantische Investition der Zweiten Polnischen Republik

Auf die ersten Ergebnisse musste man nicht lange warten. Bereits im Frühjahr 1939, genauer am 30. März dieses Jahres wurde in dem Werk im Karpatenvorland der erste Reifen gefertigt. Offiziell eröffnet wurde die Fabrik für Fahrgummi am 4. April 1939. An den Feierlichkeiten nahmen u.a. der Schöpfer des COP Eugeniusz Kwiatkowski sowie Vertreter der lokalen und regionalen Behörden und der Generalität aus dem damaligen Ministerium für Militärangelegenheiten teil.

Die Delegation der Würdenträger bewunderte die Arbeit der 260 Arbeiter, 16 Ingenieure und den Betrieb der Maschinen, die anfangs imstande waren, etwa 350 Reifensätze (Reifen und Schläuche) in sieben verschiedenen Größen pro Tag zu fertigen. Die gesamte Produktion ging zunächst an die polnischen Streitkräfte. Die Fabrik entwickelte sich sehr schnell und im Sommer 1939 waren bereits über 600 Personen im Werk beschäftigt und die Produktionskapazität stieg auf 600 Bereifungen pro Tag.

Die weitere Entwicklung wurde durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs unterbrochen. 1940 wurde das Unternehmen Stomil Poznań, zusammen mit seinem Zweigbetrieb in Dębica durch die deutschen Besatzungsbehörden an den deutschen Konzern Continental Gummiwerke AG Hannover verkauft. Der Name wurde von den Deutschen im Anschluss in Posener Gummiwerke geändert.

Die Bauarbeiten   Die Bauarbeiten

Dębica in der zentralen Planwirtschaft

Nach dem Krieg versuchte man, an die Glanzzeit vom Ende des vorangegangenen Jahrzehnts anzuknüpfen. Jedoch hatte man in den ersten Jahren nach Wiedererlangung der Freiheit mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen, wie der Rückforderung von Maschinen und Anlagen aus Deutschland und dem Wiederaufbau der Technologie und Produktion der Vorkriegszeit. Als Dębica endlich bereit war, seine Fertigung wieder aufzunehmen, wurde ein zentraler Sechsjahrplan eingeführt. Die Fabrik musste der wachsenden Nachfrage nach Reifen gerecht werden und eine Steigerung der Produktion war unbedingt erforderlich. In diesem Zusammenhang wurde das Werk erweitert. Die vorgenommenen Investitionen schlossen auch den Kauf leistungsfähigerer Maschinen und die Modernisierung der Produktionstechnologie ein. In den 60er Jahren erhielt die Fabrik einen modernisierten Maschinenpark, es wurde eine Fertigungshalle für Fahrradreifen angebaut und auch der Grundstein für neue Entwicklungs- und Forschungsanlagen geschaffen.

Eine Wende in der Geschichte der Marke Dębica brachte das folgende Jahrzehnt, in dem Radialreifen für PKWs in die Serienproduktion gingen. Es wurden auch mehrere große Fertigungsabteilungen, darunter ein Werk für PKW-Radialreifen und das Zentrale Werk für Schläuche errichtet. Leider hemmte die sich vertiefende Krise der zentralen Planwirtschaft eine weitere Entwicklung des Unternehmens. Trotz der wirtschaftlichen Stagnation des Landes entstand an der Wende der Jahre 1986 und 1987 ein neues Werk für LKW- und Landmaschinenreifen, das im folgenden Jahr in Betrieb genommen wurde. In diesem fanden 700 Arbeiter Beschäftigung und sollten bis zu 800.000 Reifen pro Jahr gefertigt werden.

Die Fabrik von Dębica  Die erste Fabrik von Dębica

Dębica – eine polnisch-amerikanische Ehe

Das folgende, mit der Restrukturierung und Anpassung an die neuen Wirtschaftsbedingungen verbundene Kapital in der Geschichte der Marke Dębica war die Privatisierung des Unternehmens. 1991 wurde es in eine staatliche Einpersonengesellschaft umgewandelt. Der Börsengang und die Erstnotierung der Aktien des Unternehmens an der Warschauer Wertpapierbörse erfolgten am 24. November 1994. Nicht viel später als ein Jahr darauf wurde das Privatisierungsverfahren mit dem Verkauf eines Aktienpakets an einen strategischen Investor, den US-amerikanischen Konzern The Goodyear Tyre & Rubber Company abgeschlossen. Zu Beginn des Jahres 1996 war Goodyear bereits Mehrheitsgesellschafter der Firma (seit April 2008 ist der Konzern im Besitz von 65,99 Prozent der Unternehmensanteile).

In den ersten Jahren der Kooperation wurde sich darauf konzentriert, die polnische Gesellschaft an die im Gesamtkonzern geltenden internationalen Produktions- und Managementstandards anzupassen. Von grundlegenden Veränderungen war praktisch jeder Unternehmensbereich, von der Organisationsstruktur, über die Finanzen, die Vertriebspolitik und die Energietechnik und Investitionen betroffen. Die letztgenannten führten zur raschen Aufnahme der Produktion von Vollstahlgürtelreifen für LKWs. Bereits im April 1996 begann der Verkauf der Bereifung für LKWs vom Typ Dębica 4Ever. Zwei Jahre später wurde eine moderne Halle für ihre Fertigung in Betrieb genommen.

1997 beschloss die Goodyear-Konzernleitung, die Fertigung der Reifen für Landmaschinen von Fulda in Deutschland und Amiens in Frankreich, sowie von Schläuchen aus dem türkischen Werk des Konzerns nach Dębica zu verlagern. Dębica ist heute der einzige Schlauch- und Reifenhersteller für die Landwirtschaft innerhalb des Goodyear-Konzerns. Drei Jahre später entstand in Tarnów ein Logistikzentrum des Unternehmens, das heute eine Fläche von 46.000 Quadratmetern einnimmt und das u.a. mit 46 modernen Verladedocks zur Abfertigung von LKWs ausgestattet ist.

Der Hauptsitz von Dębica  Der erste Dębica Reifen

Dębica stellt 15 Millionen Reifen pro Jahr her

Dębica beabsichtigt, in den kommenden Jahren mehr als 100 Millionen US-Dollar in die Entwicklung der Produktion von Hochleistungsreifen (High-Performance und Ultra-High-Performance-Reifen) zu investieren. Im April 2007 ließ die Unternehmensleitung verlautbaren, dass geplant ist, 8,5 Mio. USD in die Entwicklung von Reifen für Lastkraftwagen zu investieren.

Momentan ist Dębica das größte Werk des Konzerns in Europa und der drittgrößte Goodyear-Produktionsstandort weltweit (bis 2011 soll es zum größten Lieferanten von Reifen für Goodyear auf der Welt werden). Die Fertigungsstraßen der polnischen Gesellschaft verlassen Reifen verschiedener zum Konzern gehörender Marken. Außer Dębica- und Goodyear-Reifen handelt es sich dabei um Dunlop, Fulda und Sava-Reifen. Jährlich werden in der Fabrik 15 Millionen Reifen hergestellt. Im Karpatenvorland produzierte Reifen finden ihren Weg zu Abnehmern u.a. in Deutschland, Slowenien, Großbritannien, der Türkei und sogar den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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