Geschichte der Continental-Reifen

  • Autor: OPONEO.DE

Continental Caoutchouc& Gutta-Percha Compagnie– unter diesem Namen nahm der heutige Konzern am 8. Oktober 1871 seine Geschäftstätigkeit auf. Der damalige Geschäftsbereich ruft heute eher Verwunderung hervor. Außer Reifen für Wagen und Fahrräder produzierte die Firma anfangs auch Schuhe, wasserdichte Gewebe und etwas später auch Bälle und Spielzeug. Autoreifen? Lesen Sie mehr über die Geschichte von Continental!

Autoreifen? Denken wir daran, dass Automobile zu dieser Zeit immer noch, wenn nicht im Reich der Träume, so doch nur in den visionären Plänen verrückter Erfinder zu finden waren. Als Siegfried Marcus 1870 das erste von einem Benzinmotor angetriebene Fahrzeug konstruierte, vermuteten nur sehr wenige Menschen, dass sich Autos in wenigen Jahrzehnten zum allgemeinen Transportmittel entwickelt haben werden.

Von Fahrrädern zu Autos

Continental Fabrik

Möglicherweise ahnten auch die Konstrukteure von Continental etwas. Bevor Sie diese Vorahnungen jedoch in die Wirklichkeit umsetzten, veranlasste die wachsende Nachfrage nach Fahrradreifen, ihre Firma dazu, Reifen mit aufpumpbaren Luftkissen auf den Markt zu bringen. 1892 nahm das Unternehmen mit einem ausschlagenden Ross als Erkennungszeichen als erstes in Deutschland die Produktion von Luftreifen auf. Parallel dazu entstanden in dem Werk in Hannover die ersten Autoreifen.

Continental Fabrik - Bild

Die noch in den Kinderschuhen steckende Automobilindustrie entwickelte sich am Rhein in raschem Tempo. Den deutschen Konstrukteuren kamen die Ingenieure von Continental zu Hilfe, die einen Antirutsch-Fahrradreifen anregten.

1904 wurden von ihnen die ersten Autoreifen mit Lauffläche präsentiert und vier Jahre später überraschten sie die Konkurrenz mit einer neuen Innovation – der wechselbaren Radfelge, durch die der Reifenwechsel weniger Zeit und Mühe beanspruchte.

Hoch lebe der Synthesekautschuk!

Der Titel „führende Marke in Deutschland” weckte den Appetit der Continental-Chefs, die an der Wende der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts die ersten Auslandsniederlassungen der Firma eröffneten, unter anderem in Großbritannien, Rumänien, Italien und den skandinavischen Ländern und darüber hinaus stärker begannen, auf den Export zu setzen. Ein Ereignis von umwälzender Bedeutung war der Beginn der Tests von Reifen aus synthetischem Kautschuk aus den Labors der Firma Bayer im Jahr 1909. 27 Jahre später wurden Reifen aus Synthesekautschuk dann bereits in großen Stückzahlen produziert.
Continental begann, die modernen Technologien im Automobilsport bekannter zu machen. Bereits 1901 gewann der erste, im Daimler-Werk gefertigte Mercedes auf „Conti”-Reifen das Autorennen Nizza-Aix-Salon-Nizza. Einen noch größeren Erfolg verbuchten die mit Bereifung derselben Marke ausgestatteten Daimler 1914 bei ihrem Dreifachsieg im prestigeträchtigen französischen Grand Prix. Später werden Erfolge im Motorsport, wie Siege bei weiteren Grand Prix (Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Italien) und den Autorennen North African Tripoli Race und Carrera Panamericana zum Aushängeschild von Continental.

Werbung der Continental ReifenDie Ganzjaghresreifen von Continental

Aufschwung und Fall zwischen den Weltkriegen

Die dynamische Entwicklung der Firma wurde durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges abrupt gestoppt. Der Zusammenbruch der wirtschaftlichen Stabilität, und die Deutschland durch den Versailler Vertrag auferlegten Beschränkungen hatten nachteilige Auswirkungen auf die gesamte Automobilindustrie. 1920 verbesserte sich die Lage bei Continental wesentlich durch den Einstieg der amerikanischen Marke Goodrich, die ein 25-prozentiges Paket an dem deutschen Unternehmen erwarb. Dank dieser Kooperation und dem Austausch der neuesten Technologien begann Continental, seine Position wieder aufzubauen. 1921 brachte das Unternehmen, als erstes im Land, mit Kord verstärkte Reifen auf den Markt, und drei Jahre darauf nahm es die Produktion von Bereifung mit Kohleschwarz auf, das die Haltbarkeit und Verschleißfestigkeit der Reifen wesentlich erhöhte.

Continental auf der ganzen WeltDie Bauarbeiten

Eine nicht minder wichtige Innovation war der Einsatz der Schwingmetall-Technologie, d.h. Gummi-Metall-Verbindungen im Jahre 1932. Continental war zu dieser Zeit bereits ein Potentat auf dem deutschen Markt. Das Unternehmen beendete die Zusammenarbeit mit Goodrich, übernahm fünf kleinere, in der Gummibranche aktive Firmen und verbündete sich kurze Zeit später mit Opel. Unmittelbar vor dem zweiten Weltkrieg vermeldete Continental mit Pauken und Trompeten den Bau eines neuen Werkes in Stocken bei Hannover. Wie sich später zeigte, versorgte dieses die deutsche Wehrmacht mit Erzeugnissen aus Gummi und die Produktionspläne wurden zu fast 100% militärischen Zwecken untergeordnet. Diese Ausrichtung änderte sich nach 1945, doch der Wiederaufbau der Firma in der Nachkriegszeit, in den bombenzerstörten Werken in Hannover-Vahrenwald und Korbach war eine große Herausforderung. Die Continental-Chefs mussten erneut die Hilfe der Amerikaner in Anspruch nehmen. Bereits im Juni 1945 erhielten sie die Genehmigung zur Wiederaufnahme der Produktion und die Situation im Unternehmen begann, langsam zur Normalität zurückzukehren. Erheblich half dabei der rasante Auschwung der Automobilindustrie auf der ganzen Welt.

Schnell fortschreitende Expansion

Reifen von Continental

In den Jahren 1950-1965 lieferte Continental die Reifen für den legendären Volkswagen Käfer. 1952 stellt die Firma ihren ersten Winterreifen vor, der später unter Extrembedingungen auf dem St. Gotthardpassin den Alpen getestet wird. Drei Jahre danach kommt es zur Premiere des schlauchlosen Reifens und 1960 läuft die Serienfertigung von Reifen mit radialem Aufbau an.

Parallel zu den technischen Innovationen kam es zu dieser Zeit zu einer Expansion des Unternehmens ins Ausland. 1964 eröffnete Continental ein Werk in Frankreich und 1967 entstand die berühmte Contidrom-Strecke, auf der fortan die neuesten Erfindungen der Continental-Konstrukteure getestet wurden.

Continental Reifen Lagerung

1979 reagierte die Firma auf die stärker werdenden Angriffe der ausländischen Konkurrenz und übernimmt die amerikanische Marke Uniroyal Inc. einschließlich ihrer fünf europäischen Fabriken. Sechs Jahre später gehen die Werke des österreichischen Reifenpotentaten Semperit in den Besitz von Continental über und kurz darauf auch das US-amerikanische Unternehmen General Tire Inc., die skandinavischen Gislaved und Viking sowie der tschechische Reifenhersteller Barum. Ein Ereignis von Bedeutung war auch die Ausgliederung der Division ContiTech in der Konzernstruktur, die sich ausschließlich mit der Fertigung industrieller Teile beschäftigt. 1996 feiert Continental als einer der größten Reifenhersteller weltweit sein 125-jähriges Bestehen und kann auf einen Marktanteil von über 9 Prozent verweisen.

Dem Zeitgeist folgend, erwirbt Continental 1998 einen Anteil an dem amerikanischen Unternehmen ITT Industries, das auf den Bau von Fahrgestellen und Bremsen spezialisiert ist. Continental eröffnet auch weitere Werke in Argentinien, Mexiko, Südafrika, der Slowakei, Rumänien und Malaysia, wo der Konzern die größte Gesellschaft dieser Region, Continental Sime Tyre schafft und investiert in elektronische Sicherheitssysteme. 2001 erwirbt Continental ein Mehrheitspaket an dem zum DaimlerChrysler-Konzern gehörenden Unternehmen Temic, um professioneller auf die Bedürfnisse des Marktes für Programme zur Fahrdynamikregelung reagieren zu können (bis 2007 liefert es an Automobilhersteller fast 9 Millionen ESP-Stabilitätsprogramme). Continental wird auch Eigentümer eines Mehrheitspakets an den Moskauer Reifenwerken und verkündet zwei Jahre später seine Rückkehr in den DAX-Index, den elitären Kreis der dreißig größten deutschen Börsenunternehmen.

Continental im Guinness-Buch

2003 entwickeln deutsche Ingenieure gemeinsam mit Konstrukteuren von Bridgestone und Yokohama das Runflat System, das Lösungen einschließt, die die Weiterfahrt bei einem Reifenschaden und Druckverlust im Rad ermöglichen. Im Jahr 2004 übernimmt Continental die Gesellschaft Phoenix AG, was den Beginn des weltweit größten Konzerns des Gummi- und Kunststoffsektors markiert. Nicht lange darauf investiert Continental in Fahrzeugelektronik – das Unternehmen erwirbt die Divisionen von Motorola und Siemens VDO Automotive.

Die Fahrbahn

Ein beispielloses Vorhaben ist auch die Aufnahme der Fertigung der ContiSportContact2 Vmax Reifen, der ersten Straßenreifen, die eine Fahrt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 360 km/h erlauben, sowie des Winterreifenmodelss ContiWinterContact TS 810 Sport mit Geschwindigkeitsindex W, der eine Beschleunigung auf bis zu 270 km/h möglich macht. Die Praxistauglichkeit der Erfindungen des deutschen Unternehmens wurden durch entsprechende Tests bestätigt. 2005 beschleunigte ein mit Vmax-y ausgerüsteter Porsche GT3 auf 388 km/h und drei Jahre später verbesserte ein Porsche 911 GT 9 dieses Ergebnis auf der Teststrecke im italienischen Nardo, wobei sein Tacho 409 km/h anzeigte! Die ContiSportContact Vmax Reifen fanden als schnellste, serienmäßig produzierte Straßenreifen im Guinnessbuch der Rekorde Erwähnung.

Angesichts dieser Fakten ist schwer abzuschätzen, wie die Geschichte von Continental weitergegangen wäre, würde das Unternehmen bis heute Schuhe herstellen. Möglicherweise würde Usain Bolt den 100-Meter-Weltrekord in Conti-Schuhen schlagen.


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Kommentar
Re: Geschichte der Continental-Reifen
Bosokel 17.01.2013 Antworten

Cool

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