In diesem Artikel suchen wir nach Antworten auf Fragen, die uns unsere Kunden stellen. Welche Winterreifen soll man wählen? Welche entsprechen mir und meinen Bedürfnissen am besten? Was muss ich wissen, bevor ich die Entscheidung über die Reifen treffe?

In Deutschland wird sich zum Glück immer öfter für Winterreifen entschieden. Wir wissen die Vorteile der Reifen zu schätzen, die für die Nutzung in Winterverhältnissen gut geeignet sind. Bei der Wahl eines konkreten Reifenmodells wissen wir jedoch oft nicht, welche Reifen für uns die besten sind. Die richtig getroffene Entscheidung über die Wahl der Winterreifen garantiert Sicherheit, Fahrvergnügen und die Gewissheit, dass wir genau das gekauft haben, woran uns gelegen war. In diesem Artikel zeigen wir, worauf man achten muss, bevor man die Entscheidung trifft.

Unterteilung der Reifen

Bevor wir die Entscheidung über eine konkrete Lauffläche treffen, sehen wir uns an, welche Reifentypen wir auf dem Kraftfahrzeugmarkt vorfinden können. Es gibt drei Grundarten eines Reifenprofils: das symmetrische, das asymmetrische und das laufrichtungsgebundene Profil.

Das symmetrische Profil ist immer seltener auf dem Markt zu finden. Seine charakteristische Eigenschaft ist die Beliebigkeit der Laufrichtung bei der Montage. Es ist ein beim Entwerfen kostengünstiges Reifenprofil mit einer niedrigen Stufe des Technologiefortschritts. Reifen mit symmetrischem Profil werden am meisten in kleinen und mittleren PKWs, Lieferwagen und LKWs montiert. Ein Winterreifen mit einem symmetrischen Profil ist zum Beispiel der Reifen

  • Cooper Weather Master S/T 2
  • Sava Eskimo S2
  • und andere
 Sava ESKIMO S2 Winterreifen

Sava Eskimo S2.

Ein Reifen mit asymmetrischer Lauffläche  zeichnet sich durch ein unterschiedliches Profil auf der linken im Vergleich zur rechten Seite des Reifens aus. Ein Reifen mit einem solchen Profil besitzt seitlich einen Hinweis zur Montage. Die Bezeichnung "inside" bedeutet zum Beispiel, dass es die Innenseite des Reifens ist und dass sie zum Fahrzeug gewandt angebracht werden soll. Die Außenseite des Reifens (seitlich "outside" gekennzeichnet) hat größere und massivere Profilblöcke, wodurch sie Kurvenstabilität sichert, die sog. Seitentraktion (Seitenhaftung, Schräglauf) verbessert sowie den vorzeitigen Verschleiß von Seitenrippen des Reifens verhindert. Eine stabile Seitentraktion, durch die gleichmäßige Druckverteilung auf die ganze Reifenfläche während der Überwindung von Kurven, bedeutet ebenfalls, dass der Reifen robuster ist, weil er weniger verschleißt. Die Innenseite ist für Wasserableitung und Längshaftung verantwortlich. Die Innenseite des Reifenprofils hat kleinere und tiefer eingeschnittene Profilblöcke mit einer größeren Lamellenanzahl, was die effizientere Ableitung großer Wassermengen verursacht und Traktionsparameter (Antrieb, Bremsen) verbessert. Das asymmetrische Reifenprofil tritt immer häufiger als Originalausstattung bei Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse auf. Es ergibt sich aus seinem Aufbau, dass es möglich ist, die Parameter der beiden Hälften des Reifenprofils den Besonderheiten des jeweiligen Fahrzeugs anzupassen. Beispiele für asymmetrische Winterreifen:

  • Nokian WRG2
  • Goodyear UG Performance
  • Continental ContiWinterContact TS810
  • Pirelli Sotto Zero
  • Dunlop SP Winter Response
 Asymmetrische Lauffläche

 Asymmetrische Lauffläche.

Laufrichtungsgebundene Reifen sind der üblichste Profiltyp, der bei Winterreifen verwendet wird. Laufrichtungsgebundene Reifen haben eine durch einen Pfeil auf der Seitenwand des Reifens vorgegebene Laufrichtung. Der wichtigste Vorteil laufrichtungsgebundener Reifen ist eine sehr gute Ableitung von Wasser und Schneematsch unter der Lauffläche sowie hohe Traktionseigenschaften (besonders Bremsen). Das Reifenprofil hat eine V-Form. Während der Radbewegung fängt der Kontakt mit der Fahrbahn an der Spitze des Vs an, geht die Verzweigung entlang weiter in Richtung der Profilränder hin. Dies verursacht die Verdrängung von Schneeschichten unter der Lauffläche und somit das Entstehen der Haftung. Typische Winterreifen mit laufrichtungsgebundenem Profil sind:

  • Dębica Frigo 2
  • Barum Polaris 2
  • Firestone Winterhawk 2
  • Uniroyal MS plus 66
  • Goodyear Ultra Grip 7+
  • Continental ContiWinterContact TS 830
 Laufrichtungsgebundene Lauffläche

 Laufrichtungsgebundene Lauffläche.

Darüber hinaus werden Reifen hinsichtlich der Qualität in Klassen aufgeteilt:

Sofern die Aufteilung hinsichtlich der Profilart keine größeren Schwierigkeiten bereitet, so ist die zweite Klassifikation manchmal problematisch. Die größten Reifenkonzerne der Welt haben in ihren Angeboten von ein paar Reifenmarken, bis hin zu einem guten Dutzend, die unterschiedlich positioniert (d.i. der jeweiligen Klasse zugeordnet) werden. Die Unterschiede zwischen den Reifenklassen betreffen aber auch die Stufe des Technologiefortschritts sowohl in Hinsicht auf die verwendete Mischung als auch das Laufflächenmuster. Das spiegelt sich in allen Nutzparametern der Reifen wider, wie: Lebensdauer, Rollwiderstand, Kraftstoffverbrauch, Traktionseigenschaften, Haftung usw. Deshalb ist im Falle von Reifen tatsächlich die Feststellung wahr, dass eine teurere Marke eine bessere Marke bedeutet.

 Welche Reifengröße?

 Welche Reifengröße?

Welche Reifengröße ist für mein Auto richtig?

Bevor wir uns für ein konkretes Reifenmodell entscheiden, müssen wir die Reifengröße bestimmen. Es ist die grundlegende Frage, denn die Reifengröße bestimmt die Größe der Reifenprofile, unter denen wir wählen werden müssen.
Jedes Fahrzeug hat einen bestimmten Bereich von Reifengrößen, die durch den Fahrzeughersteller empfohlen (homologiert) werden. Um herauszufinden, um welche Größen es sich handelt, muss man in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs nachschauen oder den Aufkleber am Tankdeckel oder Türpfosten im Fahrzeug hinter dem Fahrersitz überprüfen. Diese Information kann man auch erhalten, indem man bei dem Vertragsservice der jeweiligen Fahrzeugmarke, einem Autosalon oder bei der Infoline von OPONEO.DE anruft. Ebenso ist sie auf Homepages von Fahrzeug- und Reifenherstellern und auf OPONEO.DE zu finden. Mit der Information über die homologierte Reifengröße bekommen wir auch den für unser Auto homologierten (bestimmten) Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex übermittelt. Sofern der Geschwindigkeitsindex bei Winterreifen niedriger als der homologierte sein kann, so soll der Tragfähigkeitsindex niemals niedriger als der empfohlene sein.

Zwei oder vier Winterreifen?

Manche beschließen, zwei Sommerreifen für die Wintersaison am Auto montiert zu lassen und lediglich zwei Winterreifen hinzuzukaufen. Schauen wir, ob es eine rentable Entscheidung ist.

Sind alle Reifen gleich?

Nein, Reifen unterscheiden sich voneinander durch das Laufflächenprofil und die Laufflächenmischung, aus der sie hergestellt sind. Diese zwei Parameter bestimmen die Leistungscharakteristik der Reifen, die bei Sommer- und Winterreifen unterschiedlich ist. Die Montage von nur zwei Winterreifen an einem Fahrzeug, während auf der zweiten Achse Sommerreifen gelassen werden, zieht viele gefährliche Folgen nach sich. Die Sommerreifen haben im Vergleich zu den Winterreifen einen wesentlich längeren Bremsweg bei winterlichen Temperaturen nahe Null oder unter Null Grad. Die Sommerreifen werden im Winter hart, wodurch sie an Bodenhaftung verlieren und keine Sicherheit mehr garantieren. Das bekommen wir besonders in einer Notlage unter Winterbedingungen zu spüren. Ein stürmisches Fahrmanöver und plötzliches Bremsen oder Beschleunigen bedeuten Traktionsverlust, wenn unser Fahrzeug mit zwei Sommerreifen ausgestattet ist. Die Reifen nehmen zwar die Haftung mit der Fahrbahn auf, aber ihre verschiedene Charakteristik verursacht ein unterschiedliches Verhalten beider Fahrzeugachsen und in der Folge ins Rutschen geraten sowie das Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs.

Deshalb dürfen wir nicht vergessen!

Wechseln wir von Sommerreifen auf Winterreifen, so wechseln wir immer für unsere eigene Sicherheit alle vier. Man muss auch bemerken, dass führende Autohersteller, wie zum Beispiel BMW, Mercedes-Benz, Honda, Nissan oder Toyota, in den Benutzeranleitungen die Montage von Winterreifen auf allen Achsen empfehlen. Nur durch die Sicherstellung der gleichen Traktion an allen vier Rädern lassen sich die Vorteile, die sich aus dem ABS-System oder der Traktionskontrolle ergeben, merken. Die Beachtung dieses Grundsatzes ist die Garantie für das meist ausgewogene und kontrollierte Lenken, das in Winterverhältnissen nur möglich ist.
 Winterreifen kaufen: Zwei oder vier Winterreifen?

 Winterreifen kaufen: Zwei oder vier Winterreifen?

Welche Winterreifen soll man wählen?

Wovon lassen wir uns bei der Wahl der Winterreifen leiten? Am häufigsten lassen wir uns von Meinungen der Benutzer leiten, die die jeweiligen Reifen fahren (wir empfehlen unabhängige Tests der Benutzer von OPONEO.DE), von Meinungen unserer Bekannten, ADAC-Tests oder gehörten Meinungen. Unten stellen wir eine Methode vor, wie man selbständig bestimmen kann, welche Winterreifen für uns die besten sind.

Wir sollen zuerst unser besonderes Interesse an Reifen definieren und die Bedingungen, unter welchen sie gebraucht werden, festlegen. Denn wenn wir hauptsächlich in einer überfüllten Stadt in Spitzenzeiten fahren, ist es besser, Reifen zu kaufen, die gute Reaktionen auf Lenkradbewegungen und Bremspedal garantieren. Fahren wir viel außerhalb der Stadt, so werden sich leise, gleichmäßig arbeitende Reifen mit einem langsam verschleißenden Profil bewähren, die auch in schwierigen Verhältnissen auf schneebedeckter Fahrban sowie Schneematsch in der Stadt zurechtkommen. Und wenn wir auf verschlungenen Wegen oder durch die Berge gerne schnell Auto fahren, müssen wir Reifen haben, die ein gutes Lenkverhalten sichern.

Erfahren Sie mehr über Winterreifen:
Winterreifen und die 7-Grad-Regel

Die Bestimmung eigener Interessen, des Fahrstils, Erwartungen und Nutzungsbedingungen ist unglaublich wichtig für die spätere Zufriedenheit mit unserer Wahl. Unten befindet sich ein kurzer Ratgeber bezüglich der Reifenwahl mit Beispielen von Reifenprofilen, die die gegebenen Voraussetzungen erfüllen.

Alle angesprochenen Probleme in den Fragen sind wichtig. Die Antworten überlappen sich und bilden die Grundlage für die richtige Entscheidung. Und vergessen wir nicht, dass der Ratgeber lediglich einen anschaulichen Charakter hat. Die Eigenschaften und Fahrparameter jedes Reifens sind immer das Ergebnis eines gewissen Kompromisses. Es gibt keine Reifen, die sowohl leise als auch robust, haftend und von einem niedrigen Kraftstoffverbrauch usw. sind.

Wir nehmen an, dass wir die nötige Reifengröße schon kennen und uns bereits entschieden haben, einen neuen Winterreifensatz zu kaufen.

 Continental ContiWinterContact TS 830

 Continental ContiWinterContact TS 830.

In welchem Gelände nutze ich meistens das Auto im Winter?

Wenn wir im Winter hauptsächlich durch die Stadt fahren und nur kurze Strecken auf schneefreien, matschigen oder trockenen Straßen mit einer mäßigen Geschwindigkeit zurücklegen, brauchen wir Winterreifen, die unser Fahrzeug in einer Notlage bremsen können und sicheres Handling garantieren. In diesem Fall spielen ihre Rolle laufrichtungsgebundene Reifen der Budget- oder Mittelklasse, wie z.B.: Debica Frigo 2, Firestone Winterhawk, Uniroyal MS Plus 66 und andere.

Wenn wir im Winter vor allem außerhalb der Stadt fahren und lange Strecken sowohl auf schneefreien als auch örtlich schneebedeckten Straßen mit höheren Geschwindigkeiten zurücklegen und dabei Wert auf Fahrkomfort und leise Arbeit der Reifen legen, empfehlen wir asymmetrische Reifen der Mittel- oder Premiumklasse oder gute laufrichtungsgebundene Reifen, am besten der Premiumklasse (es hängt vom Fahrzeugtyp, finanziellen Möglichkeiten und persönlichen Vorlieben ab). Beispiele von Reifen, die die Bedingungen erfüllen, sind: Goodyear UltraGrip 7+, Continental ContiWinterContact TS810, Michelin Alpin A3, Nokian WRG2, Pirelli SottoZero, Fulda Kristall Montero 2 und andere.

Als eine Ergänzung der obigen Frage gilt die genaue Bestimmung der Umgebung des Wohnorts. Wenn wir in einem bergigen Gelände wohnen und oft im Winter auf Anhöhen oder in schwierigen Verhältnissen fahren, wären für uns laufrichtungsgebundene Reifen mit einem aggressiven Reifenprofil mit einer großen Anzahl von Lamellen und mit einem Blockdesign ideal, z.B. Pirelli Carving, Debica Frigo 2 oder Kleber Krisalp HP und andere.

Laufleistung im Winter und die Reifenwahl

Wenn wir im Winter (in dem Zeitraum von Oktober bis April) bis 5.000 km zurücklegen, brauchen wir keine besonders robusten Reifen der Premiumklasse, um Freude an Reifen über mehrere Saisons zu haben. Ihren Zweck erfüllen völlig laufrichtungsgebundene oder asymmetrische Reifen der Budget- oder Mittelklasse (je nach sonstigen besonderen Interessen). Beispiele von Reifen: Debica Frigo 2, Goodride SW601, Sava Eskimo S3, Fulda Kristall Montero 2 und andere.

Wenn wir im Winter eine Distanz von mehr als 5.000 km zurücklegen und Reifen länger als nur eine oder zwei Saisons gebrauchen möchten, lohnt es sich, in Reifen zu investieren, die längere Laufleistung garantieren. Beispiele von asymmetrischen Reifen der Premiumklasse sind: Pirelli SottoZero, Nokian WRG2, Continental ContiWinterContact TS810, Bridgestone LM35 und andere.

Fahrzeugtyp und Reifen

Bei Kleinwagen sind meistens laufrichtungsgebundene Reifen der Budget- und der Mittelklasse (je nach sonstigen besonderen Interessen) ausreichend. Beispiele von Reifen: Dębica Frigo 2, Fulda Kristall Montero 2 und andere.

Bei Fahrzeugen der Mittelklasse werden am meisten Reifen der Mittel- und Premiumklasse, sowohl laufrichtungsgebundene als auch asymmetrische Reifen (je nach sonstigen besonderen Interessen) angewendet. Beispiele von Reifen: Uniroyal MS Plus 66, Goodyear UltraGrip 7+ und andere.

Bei Limousinen, Sport- und Geländewagen mit großer Motorleistung werden Reifen der Premiumklasse bevorzugt, die gute Leistung bei hohen Geschwindigkeiten gewährleisten (je nach sonstigen besonderen Interessen). Beispiele von Reifen: Continental ContiWinterContact TS 830, Bridgestone LM35, Michelin Pilot Alpin A3, Goodyear UG Performance 2 und andere.
 

Bevorzugter Fahrstil

Für eine ruhige oder mäßige Fahrweise sind am meisten Reifen geeignet, die für die Klasse unseres Fahrzeugs bestimmt sind (siehe Kategorie oben). Wenn wir mit einem Fahrzeug der Mittelklasse bei mäßiger Fahrweise vor allem in Stadtverhältnissen, aber nicht nur, fahren, entsprechen laufrichtungsgebundene Reifen der Budget- oder Mittelklasse völlig unseren Bedürfnissen. Beispiele von Reifen:

  • Barum Polaris 2
  • Kleber Krisalp HP2
  • und andere

Für eine aggressive, dynamische Fahrweise soll man laufrichtungsgebundene oder asymmetrische Reifen der Premiumklasse wählen. Beispiele von Reifen:

  • Firestone WinterHawk 2V,
  • Bridgestone LM35
  • Michelin Pilot Alpin 3
  • und andere

Bestimmung von Erwartungen in Bezug auf Winterreifen

Überlegen wir uns, was wollen wir durch den Kauf von Reifen erreichen, welche Eigenschaften sollen die Reifen haben, die wir brauchen und was sollen sie uns geben.

Wenn für uns gutes Handling auf nasser, glatter Fahrbahn, auf Schnee und Matsch am wichtigsten ist und das Fahrzeug sicher losfahren und anhalten soll, ohne dabei ins Rutschen zu geraten, wählen wir laufrichtungsgebundene Winterreifen.

Wenn für uns Sicherheit der guten Lenkung beim Kurvenfahren, schnelles Reagieren auf Lenkradbewegungen, leise und komfortable Arbeit von Reifen, niedrigerer Kraftstoffverbrauch und längere Lebensdauer von Reifen am wichtigsten sind, setzen wir auf asymmetrische Winterreifen.