Zweimal im Jahr steht ein Reifenwechsel an. Es empfiehlt sich, die Winterreifen im November aufzuziehen. Allerdings gibt es auch Jahre mit einem frühen Wintereinbruch. Dann müssen die Winterreifen entsprechend früher aufgezogen werden. 

Viele Autofahrer würden sich jedoch gerne den Aufwand eines Reifenwechsels und die Kosten für einen neuen Reifensatz sparen. Doch was ist besser – Winterreifen oder Ganzjahresreifen? Das fragen sich viele Autofahrer, wenn der Reifenwechsel vor der Tür steht. Handelt es sich bei den Ganzjahresreifen um eine günstige Alternative? Wenn ja, wie leistungsfähig sind sie, und was sagt das Gesetz zu Ganzjahresreifen?

winterreifen profil

Welche Reifen soll man wählen – Winter- oder Ganzjahresreifen? 

Ob ein Fahrzeughalter Ganzjahresreifen oder Winterreifen nutzen soll, ist keine Frage des Gesetzes. Laut der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist es egal, ob ein Kfz bei winterlichen Witterungsverhältnissen mit Winterreifen oder Ganzjahresreifen ausgerüstet ist. 

Im Sinne der allgemeinen und der eigenen Sicherheit sollte die Verwendung von Ganzjahresreifen jedoch mit Vorsicht behandelt werden. Die Beschaffenheit des Profils von Ganzjahresreifen sowie die Materialmischung sind im Vergleich zu Winterreifen nämlich nicht optimal für die Verwendung bei Schnee, Eis und Kälte geeignet.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind laut EU-Richtlinie 92/23/EWG unter den Ganzjahresreifen nur diejenigen Modelle zulässig, die über die M+S-Kennung verfügen. So sind auf dem Markt auch Wohnmobil-Winterreifen oder-Ganzjahresreifen zu finden. Wer nach Winterreifen oder Ganzjahresreifen für SUVs sucht, wird auch schnell fündig. Hier empfiehlt sich jedoch, auf Winterreifen zu setzen, da ansonsten nicht die volle Power von SUVs im Winter ausgenutzt werden kann und die Fahrt deutlich gefährlicher wäre, da es sich in der Regel um schwere Fahrzeuge handelt. 

Ob man im Sommer Ganzjahresreifen oder Winterreifenfährt, spielt dagegen keine große Rolle, da es im Sommer keine Vorgaben hinsichtlich der Reifenpflicht gibt. Im Winter hingegen gilt die sogenannte situative Pflicht für Winterreifen oder Ganzjahresreifen. Wenn die Witterungsverhältnisse es erfordern, muss der Fahrer immer die geeigneten Reifen am Fahrzeug haben. Ansonsten gibt es einen Punkteeintrag sowie ein entsprechendes Bußgeld.

Ganzjahresreifen erfüllen die Kriterien für Winterreifen. Bei älteren Modellen steht das M+S-Symbol für Matsch und Schnee. Diese Kennzeichnung gilt noch bis 2024. Danach kennt das Gesetz nur noch das sogenannte Alpine-Symbol. Ganzjahresreifen oder Winterreifen müssen außerdem über eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm verfügen, jedoch empfehlen die Experten dringend 4 mm.

Für wen eignen sich Winterreifen und für wen Ganzjahresreifen? 

Wer in Gebieten wohnt, wo es im Winter des Öfteren Schnee und Eis gibt, sollte lieber auf Winterreifen setzen. Insbesondere die niedrigen Temperaturen können oft nur mit Winterreifen bewältigt werden. Bei schwierigen winterlichen Straßenverhältnissen spielt es dann keine Rolle mehr, ob Ganzjahresreifen gesetzlich zugelassen sind oder nicht, sondern welche Reifen mehr Fahrsicherheit bieten, und das sind definitiv die Winterreifen. Aus diesem Grund sollten hier keine Kompromisse eingegangen werden.

Autos im Schnee

In manchen Regionen werden die Winter allerdings immer wärmer, und es gibt selten richtig Schnee, weshalb dort Ganzjahresreifen gefragter sind. Das wird auch von einigen Fahrzeugherstellern befürwortet, die ihre Fahrzeuge bereits ab Werk mit Ganzjahresreifen ausstatten. Dennoch sollte man bedenken, dass Ganzjahresreifen nicht grundsätzlich eine gleichwertige Alternative zu Winterreifen sind. Wer aber in einer schneearmen Region lebt und eher seltener im Winter unterwegs ist, kann sein Fahrzeug ohne große Bedenken mit Ganzjahresreifen ausstatten.

Eines gilt es jedoch zu berücksichtigen: Ganzjahresreifen sind für Kompaktwagen und Kleinwagen mit wenig PS besser geeignet als für schwere SUVs oder große Kombis. 

Was ist nun besser, Winterreifen oder Ganzjahresreifen? Das hängt von den Bedingungen des Wohnortes im Winter ab, wie der ADAC bestätigt. Manche Fahrer fahren auch im Sommer mit Winterreifen. Das ist allerdings nicht empfehlenswert, weil die sommerlichen Temperaturen die Tauglichkeit der Reifen im nächsten Winter erheblich beeinträchtigen können.

Unter welchen Bedingungen und an welchen Orten sind Winterreifen besser als Ganzjahresreifen? 

„Ganzjahresreifen oder ein Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen?“ Diese Frage ist ein wiederkehrendes Thema unter den Autofahrern, insbesondere mit Blick auf die kalten Wintermonate. Kurzgesagt: Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss, der sich sowohl für den Winter als auch für den Sommer eignet. Allerdings stößt der Ganzjahresreifen bei extremen Wetterbedingungen an seine Grenzen. In einem milden Winter wird das vielleicht nicht spürbar. Umgekehrt werden Ganzjahresreifen im Sommer bei 40 Grad Celsius wegen der weicheren Gummimischung „schwammig“. Dadurch nutzen sie sich schneller ab. Die Folge: Im Sommer haben sie ein schlechteres Bremsverhalten und im Winter eine schlechtere Bodenhaftung.

Auto auf einem Wald, verschneite Straße

Im Winter kommen die Ganzjahresreifen vor allem in bergigen Regionen Gebirge mit viel Schnee und Eis an ihre Grenzen. Zudem beschleunigen sehr niedrige Temperaturen die Abnutzung und erhöhen den Benzinverbrauch. In manchen europäischen Ländern sind Ganzjahresreifen aufgrund der extremen Witterungsbedingungen im Winter verboten. Deshalb sollten sich alle, die vorhaben, im Winter ins Ausland zu fahren, gut über die Reifenpflicht in dem jeweiligen Land informieren.

Das Dilemma „Ein Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen oder Ganzjahresreifen?“ lässt sich mit einer kurzen Gegenüberstellung klären: 

  • Winterreifen sind aufgrund ihrer weicheren Gummimischung auf tiefe Temperaturen (+7 bis -20 Grad Celsius) ausgelegt. Sie sind ausgemachte Schnee-Spezialisten, und das verdanken sie ihrem groben Profil. Inzwischen haben sich Winterreifen bei unwirtlichen Bedingungen zu richtigen Alleskönnern entwickelt. 
  • Wer hauptsächlich in Städten oder im Flachland unterwegs ist, oder in Regionen, in denen der Winter eher mild ist, kann sich ruhig Ganzjahresreifen zulegen. Im Sommer können sie genauso eingesetzt werden, jedoch verlieren sie ihre guten Eigenschaften bei zu großer Hitze. 
  • Sommerreifen sind am besten für trockene und nasse Fahrbahnen bei Temperaturen von mehr als 7 Grad Celsius geeignet.