Rallye-Dakar – Reifen sind der Schlüssel zum Erfolg

  • Autor: OPONEO.DE

Die Rallye-Daker ist traditionell der erste Termin im Motorsportkalender. Diese Veranstaltung ist extrem schwer, aufzehrend und verlangt von den Fahrern all ihr Können und vom Gerät Beständigkeit und Zuverlässigkeit ab. Reifen sind einer der Schlüsselfaktoren zum Sieg bei diesem Rennen.

Sand, Felsen, Steine und Schlamm

Die diesjährige 38. Ausgabe der Rallye-Daker begann am 2. Januar. Sie führt durch Paraguay, Bolivien und Argentinien. Der Wettkampf, an dem 142 Motorradfahrer, 37 Quadfahrer, 77 Rallye-Fahrer, 10 UTV-Fahrer und 50 Lkw-Fahrer teilnehmen, endet am 14. Januar in Buenos Aires.

Es ist üblich, dass bei jeder dieser prestigereichen Rallye- bzw. Renn-Veranstaltungen sich nicht nur die Länder rühmen, aus denen die Gewinner kommen, aber auch die Konstrukteure, Sponsoren sowie Reifenhersteller, deren Aufgabe die Bereitstellung von Reifen ist, die widerstandsfähig gegen extreme Bedingungen sind. Deshalb waren die Siege im vergangenen Jahr des australischen Motorradfahrers Toby Price sowie des französischen Fahrers Stephane Peterhansen ebenfalls ein Triumph der Marke Michelin. Der Argentinier Marcos Patronelli, der beim Quadrennen erster geworden ist, machte bei Gelegenheit der Marke Maxxis eine hervorragende Werbung. Das amerikanische Goodyear-Unternehmen hingegen rüstete das Siegerteam um den Niederländer Gerard de Rooy, das bei den Lkws gewann, mit Reifen aus. Erwähnenswert ist auch, dass ein Teammitglied der polnische Mechaniker, Dariusz Rodewald war – für ihn war das bereits sein zweiter Sieg bei der Rallye-Dakar. Seinen ersten Sieg machte er im Jahr 2012.

„Auf dem Weg trifft man auf alles Mögliche, das schlimmste sind Sand, Felsen, Steine und Schlamm, deshalb sind die Reifen eines der wichtigsten Elemente für den Sieg. Goodyear sicherte uns eine ausgezeichnete technische Unterstützung sowie Beratung vor der Rallye-Dakar zu, insbesondere in Bezug auf die Empfehlung zum Reifendruck. Es lieferte uns auch die ORD 375/90R22.5 Geländebereifung, die sich ausgezeichnet bewährt machte und einen Schlüsselfaktor bei unserem Sieg an dieser Veranstaltung ausmachte”, sagte de Rooy vor einem Jahr.

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Continental nahm die Zusammenarbeit mit dem Kamaz Master Team auf (Foto Kamaz Master Team).

Dakar als Freiluftlabor

Goodyear unterstreicht, dass seine ORD-Reifen, mit denen der Iveco de Rooy Lkw ausgestattet wurde, nach mehreren Testmonaten im Innovationszentrum der Marke in Luxemburg entwickelt und ausgewählt wurden. Genau so läuft dies am häufigsten ab. Die Rallye-Dakar selbst ist für die Reifenhersteller die letzte Phase im Verbesserungsprozess ihres Produktes. Ab und zu der Vorletzte, da technologische Lösungen, die für Dakar vorbereitet werden, später in gewöhnlichen Geländereifen genutzt werden. Darüber hinaus ist es normal, dass der auf der Strecke verwendete Reifen zurück in das Labor des Herstellers gelangt, wo der Verschleißgrad und die Verschleißart sowie eventuelle Beschädigungen analysiert werden.

Diese Absicht bekundete vor der diesjährigen Rallye-Dakar das Continental-Unternehmen, das mit dem russischen Kamaz Master Team Zusammenarbeit. Für die deutsche Marke ist das ein Bestandteil der Entwicklungsstrategie, um neue Märkte zu erschließen sowie um seine Produktpalette zu vergrößern. Vor allem geht es bei dieser Partnerschaft darum, detaillierte Daten der Nutzung der Lkw-Reifen unter Rallye-Bedingungen zu sammeln, um hinterher seine eigenen Technologien zu entwickeln.

Ein anderes Beispiel: als im vergangenen Jahr das Michelin-Unternehmen rund 3 tausend Exemplare verschiedener Reifenmodelle versendete, wurde unterstrichen, dass alle der Reifen schon zu Beginn gewissermaßen einen Ingenieurserfolg darstellten. Der D16-Reifen, der für alle Peugeot Sport Besatzungen vorbereitet wurde (Sebastien Loev, Stephane Peterhansel, Carlos Sainz sowie Cyril Despres), besaß eine neue Konstruktion, Laufflächenmuster und ein geringeres Gewicht. Diese Innovationen wurden anschließend auf den kommerziellen Markt und die Produktion von Reifen für Allradfahrzeuge der französischen Marke übertragen.

Eine der interessantesten Neuerungen der französischen Marke wurde in den Desert Race Motorradmodellen eingesetzt: Michelin Bib Mousse Schaumstoffeinlagen, die leichter als die traditionellen Schläuche sind und einen stabilen Druck von 1,2 Bar gewährleisten und dabei die Notwendigkeit beseitigen, den Schlauch im Fall eines Durchstoßes zu wechseln. Es ist auch zu erwähnen, dass die XZL+ Reifen, die für Lastkraftwagen bei der Rallye-Dakar bestimmt sind, später u.a. bei industriellen Fahrzeugen eingesetzt werden, die auf dem Bau arbeiten.

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BFGoodrich kehrte als offizieller Reifenlieferant zur Rallye-Dakar zurück (Foto BFGoodrich).

Die Rückkehr von BFGoodrich

In diesem Jahr kehrte in der Rolle des offiziellen Reifenlieferanten die amerikanische Marke BFGoodrich, die zur Michelin-Gruppe gehört, zurück. Das ist eine wichtige Veranstaltung, berücksichtigt man ihre Tradition, die gleichzeitig eine der bedeutendsten im Reifengeschäft ist. Ungefähr 300 Fahrzeuge, die heute über südamerikanische Abwege gleiten, nutzen BFG-Reifen. Darunter die Modelle All-Terrain KDR2, All-Terrain KDR sowie Baja T/A KR2.

Bis zu diesem Zeitpunkt verhalf das amerikanische Unternehmen Fahrern bereits zwei Mal zum obersten Podestplatz bei der Rallye-Dakar. Den ersten Erfolg erzielte es 1993. In den Jahren 2002-2012 hingegen gewann es sogar 10 Mal nach einander, wobei das Unternehmen solche Größen wie Stephane Peterhansel, Jean-Louis Schlesser, Hiroshi Masuoka, Calos Sainz oder Luc Alphand unterstützte.

Die Vertreter von BFGoodrich unterstreichen zwar, dass am Geländemarathon eher wegen sportlichen Erfolgen als aufgrund technologischen Erfahrungen teilnehmen, jedoch lassen sich diese beiden Bereiche nur schwer voneinander trennen. Es reicht zu erwähnen, dass dank des ersten und zweiten, das Unternehmen im Jahr 2002 den Rock T/A Reifen entwickelte, der für die leistungsstärksten Prototypen mit Allradantrieb bestimmt ist. In dem selben Jahr bescherte dieses Modell BFG einen effektvollen Sieg bei der Rallye-Dakar, den der Japaner Hiroshi Masuoka davontrug.

Als die Rallye im Jahr 2008 von Afrika nach Südamerika ging präsentierte BFGoodrich den All-Terrain Reifen, dessen Aufgabe es war den Anforderungen der neuesten Geländewagen von Mitsubishi und Volkswagen gerecht zu werden, die gerade für Daker vorbereitet wurden. Die Siege von Giniel De Villiers und danach von Carlos Sainz und Nasser All-Attiyah, die von der Weiterentwicklung dieses BFG-Modells, All-Terrain+, Gebrauch machten, zeigten auch die Fertigkeiten der amerikanischen Ingenieure.

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