Geschichte der Fulda-Reifen

  • Autor: OPONEO.DE

Das Unternehmen Fulda wurde von Gustav Becker und Moritz Hasenclever an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert in der Barockperle Fulda, unweit von Frankfurt im Herzen Deutschlands gegründet und konnte sich innerhalb weniger Jahre als führender Hersteller von Gummierzeugnissen in Deutschland und den angrenzenden Ländern etablieren.

Bereits 1901 nahm die Firma die Produktion auf. Der erste Produktkatalog enthielt ein Sortiment von Gummiprodukten für den täglichen Gebrauch wie Gummiabsätze für Schuhe, Dichtungsringe für Bier- und Mineralwasserflaschen und Gummimatten. Die ersten Reifen der Marke Fulda waren für "nicht motorisierte" Fahrzeuge… Kinderwagen und Pferdekutschen bestimmt.

Das Logo von Fulda Reifen

In den folgenden Jahren näherte sich die Firma allmählich ihrem späteren Hauptbestätigungsfeld, der Herstellung von Autoreifen an. Bevor Fulda 1906 die ersten Modelle für vierrädrige, motorisierte Fahrzeuge fertigte, wurden im Unternehmen auch Reifen für Fahrräder und Motorräder produziert. Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts erwiesen sich die Reifenmodelle Diadem, Transport und Gebirgsreifen für Fahrräder als großer kommerzieller Erfolg. Das Unternehmen bot seinen Kunden zehn verschiedene Typen von Fahrradreifenprofilen an und gewährte eine Garantie von einem Jahr auf alle Produkte.

Lizenz für Continental

Die Anfänge von Fulda Reifen

1915 brachte die Firma ihre ersten Reifen für Lastkraftfahrzeuge auf den Markt. Das Modell Sembusto war mit Stahlfedern in der Felge, als Ersatz für den Gummi der Vollgummireifen ausgestattet. Das Geschäft in diesem Bereich entwickelte sich ausgesprochen gut und so beschloss die Fulda-Unternehmensleitung  1919, sich fortan ausschließlich auf die Herstellung von Reifen zu konzentrieren und die Produktion anderer technischer Gummiwaren aufzugeben.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Modell Fulda Riesenkissenreifen zu einem der sich am besten verkaufenden Lkw-Reifen in Europa. Dieses Modell, das durch ein neuartiges Reifenprofil sich bestach, sorgte für eine Dämpfung der Stöße bei der Fahrt auf holprigen Straßen. Der Riesenkissenreifen erlaubte Geschwindigkeiten von 40 km/h, was angesichts der bislang zulässigen 15 km/h für standardmäßige Lkw-Vollgummireifen als ein schwindelerregendes Tempo erschien. Die innovative Idee wurde natürlich patentiert und andere Hersteller wie Continental, Dunlop oder Polack produzierten diesen Reifen für lange Zeit in Lizenz.

Werbung als Hebel des Handels

Ein weiteres Fulda-Patent in diesem Segment war der Parabel-Reifen, der erste Gleichdruckreifen der Welt,der im Inneren eine Luftkammer enthielt. 1927 wurde das Angebot der Marke um den pneumatischen Fulda-Elastic-Reifen erweitert, von dem bereits im ersten Jahr annähernd 1000 Einheiten produziert wurden. Sechs Jahre darauf entwickelte Fulda einen Luxus-Autoreifen mit weißen Seitenwänden. Ab 1939 wurden die Fulda-Reifen in einem speziellen, stromlinienförmigen Auto auf einem Maybach Chassis getestet. Das Fahrzeug konnte auf über 200 km/h beschleunigen, wodurch die Reifen eingehend hinsichtlich ihres Verhaltens bei Höchstgeschwindigkeitengetestet werden konnten.

Fulda Reifen im Winter

Weitere Ideen und Innovationen wurden durch den Ausbruch des zweiten Weltkriegs gestoppt. Infolge mehrerer Luftangriffe wurden die Fulda-Werke fast vollständig zerstört.

Unmittelbar nach Kriegsende begannen die Arbeiten zum Wiederaufbau und die teilweise aufgebaute Fabrik nahm im Sommer 1946 wieder die Reifenproduktion auf. Als die Firma 1950 ihr 50-jähriges Bestehen feierte, erlaubte die Aussicht auf eine Wiederherstellung ihrer starken Marktposition wieder zu größerem Optimismus.

1952 stellte Fulda dann seinen ersten Winterreifen für Pkw vor und zog drei Jahre später in ein neues Bürogebäude und neue Produktionshallen um. 1959 kam es zum nächsten Einschnitt in der Geschichte des Reifenherstellers – in den deutschen Kinos wurde die erste Fulda-Werbung gezeigt. Die Zuschauer konnten dabei verfolgen, wie vier Reifen ohne Karosse, über Land- und Stadtstraßen rollen. Um eine effiziente Produktwerbung bemüht, sorgte die Unternehmensleitung auch für Werbespots im Fernsehen und so wurden 1964 die ersten TV-Spots in die deutschen Haushalte ausgestrahlt.

Erneut mit Maybach

Fulda Reifen für AutoDie Fulda Reifen

Die Marke besaß, womit man werben konnte. Fulda verkaufte seit Beginn des Jahrzehnts das neue Modell Diadem, zu dem später der Reifen mit der Bezeichnung Spectral (der erste Fiberglasgürtelreifen) und der Stahlgürtelreifen Fulda Rasant hinzukamen. Für Lastwagenreifentests erwarb Fulda zu dieser Zeit einen stromlinienförmigen Bus, der bis zu 140km/h erreichen konnte. Ein großer Erfolg für das Unternehmen war der Abschluss eines Liefervertrages mit Mercedes-Benz, der die Ausstattung der Luxuslimousine Mercedes 600 Pullmanmitspeziellen Reifen vorsah.

1962 ging das Aktienkapital in den Besitz der "Goodyear Tire & Rubber Company" aus Akron/Ohio über. Unter dem Schirm des US-amerikanischen Partners wurde die Marke zum führenden Anbieter von Reifen mit geringem Querschnittsverhältnis. Ihr Standardprodukt in dieser Klasse war zu dieser Zeit das Modell Y2000, der erste High-Performance-Breitreifen. Im folgenden Jahrzehnt stieg die Firma mit dem Campo 4x4 in den Offroad-Reifenmarkt ein, der den Anfang der späteren Serie verschiedenartiger Modelle für dieses Segment (Tramp 4x4 und 4x4 Road) markierte. An der Wende der achtziger und neunziger Jahre präsentierte Fulda unter der Bezeichnung Kristall 3000 den ersten Hochleistungs-Winterreifen. Zu dieser Zeit rief die Firma auch die Fulda-Lasercheck-Aktion für mehr Verkehrssicherheit ins Leben. Dabei wurde das Reifenprofil von tausenden Automobilen per Laser geprüft und für den Fahrer dokumentiert.

Unmittelbar nach den Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Unternehmens erneuerte Fulda die vor Jahren begonnene Kooperation mit dem Hersteller von Luxuskarossen Maybach und schuf zusammen mit dem Automobilhersteller den Prototypen des Coupe Exelero (700 KM, Geschwindigkeit über 350 km/h), mit dem es neue Generationen von Breitreifen testete.
Diese entstehen, wie die übrigen Modelle mit dem Buchstaben „F”, an dreizehn Produktionsstandorten in ganz Europa. Pro Jahr verkauft das Unternehmen heute etwa 10 Millionen Reifen weltweit.

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