Coker Tire: Reifen für Kenner und Sammler

  • Autor: OPONEO.DE

Firestone-Reifen für den Packard A-One von 1899? Oder vielleicht neue Excelsior-Reifen für den Oldsmobile Touring Runabout von 1905? Und Michelin-Reifen für den Ferrari 250 von 1964? Fragen über Fragen. Die Antwort auf die meisten von ihnen liefert die amerikanische Firma Coker Tire, die Originalreifen für Hunderte von klassischen Automobilen aus der ganzen Welt herstellt.

Wie vor 120 Jahren

Es handelt es sich um ein echtes Phänomen auf dem Reifenmarkt, der durch einen wahren Wettkampf geprägt ist. Nicht nur die Sammler von historischen Fahrzeugen, sondern auch von jüngeren Klassikern, die alle Einzelheiten des jeweiligen Modells möglichst originalgetreu wiedergeben wollen, sollten diese Marke kennen, so wie sie den besten Automechaniker in der Gegend kennen. Die Firma Coker Tire produziert Reifen, die sonst wohl niemand herstellt: Modelle von vor Jahrzehnten - und auch wenn sie technisch nicht gerade auf dem neuesten Stand sind - doch eine hundertprozentige Kopie der Standardausstattung der Autos von vor 40, 80 ja sogar 120 Jahren darstellen.

Der zu Beginn erwähnte Packard A-One (Ende des 19. Jahrhunderts) ist nur eines solcher Beispiele. Das amerikanische Unternehmen bietet für den klassischen Packard den Reifen Firestone 34x4.5 Indy, der bis ins kleinste Detail originalgetreu nachgebaut wurde: von der gerippten Lauffläche bis zur Größe Liter Firestone auf der Seite des Reifens. Firestone ist nur eine der vielen Marken, die Coker Tire die Lizenz für die Produktion von Reifen erteilt hat, die aus Standardangebot bereits vor Jahren herausgenommen wurden.

Die Firma Coker Tire ist den Kennern der klassischen Automobils sehr gut bekannt.

Die Firma Coker Tire ist den Kennern der klassischen Automobils sehr gut bekannt.

Ein Mann des Präsidenten Ronald Reagan

Coker Tire ist das Werk des vor drei Jahren verstorbenen Chemikers und Unternehmers Harold Coker. Der 1929 geborene Coker hat kurz bei BFGoodrich gearbeitet und anschließend im Jahre 1958 sein eigenes Unternehmen in Tennessee gegründet. Seine Geschäftsidee war von Anfang an klar und präzise: Herstellung von Reifen und Rädern für alte Autos, deren Sammler niemals unechte Mittel oder Ersatzlösungen akzeptieren würden. Er brauchte nur drei Jahre, bis Coker Tire gegründet wurde und er spürbare Gewinne erzielen konnte, mit denen ein neue Produktionsstandort und ein neuer Firmensitz gebaut werden konnte: 1961 ist das Unternehmen von Athens nach Chattanooga, Tennessee gezogen, wo es bis heute residiert.

Die Leidenschaft des Gründers für Autos hat Harold von seinem Vater geerbt, der Automechaniker und noch in seinen alten Jahren stolzer Besitzer eines Ford A von 1927 war. Coker Junior hat seine eigene Sammlung von historischen Automobilen aufgebaut und konnte sich über viel Anerkennung aus dem Milieu freuen. Im Jahre 1972 wurde er zum Vorsitzenden des Vereins Antique Automobile Club of America gewählt. Darüber hinaus war er Funktionär der Republikanischen Partei – unter Ronald Reagan wurde er zum Mitglied des Regierungsbüros für Sicherheit im Straßenverkehr ernannt. Zwei Wochen vor seinem Tod wurde Harold Coker Teil der Tire Industry Association Hall of Fame. Im Jahre 2004 hat Harolds ältester Sohn Corky die Führung des Unternehmens übernommen.

Anfänglich beschäftigte sich Harold Coker mit der Herstellung von Reifen und Rädern für klassische Autos.

Anfänglich beschäftigte sich Harold Coker mit der Herstellung von Reifen und Rädern für klassische Autos.

Reifen für Autos, die es nicht mehr gibt

Harold Coker und seine Firma haben von Grund auf etwas geschaffen, was man als die Reifenindustrie für Sammler-Automobile schlechthin bezeichnen kann. Eine Branche dieser Art war vorher so gut wie nicht vorhanden. In den Jahren seiner Tätigkeit hat der amerikanische Unternehmer sein Angebot erweitert und von den größten Reifenherstellern Lizenzen für Produkte erworben, die bis dahin nur im Werksmuseum abgestellt wurden. Heute verfügt Coker Tire über Rechte für die Herstellung von „historischen“ Reifen von Marken wie Firestone, BFGoodrich, Michelin, Excelsior, US Rubber, US Royal Tires oder Universal. Es ist erwähnenswert, dass auch Reifen unter einer eigenen Marke herstellt werden, wie auch sportliche Modelle, etwa für Drag Racing, darunter Phoenix Race Tires, M&H Racemaster, Pro-Trac und Hoosier Pro Street Radials, aber auch Fahrrad- und Motorrad-Reifen.

In dem umfangreichen Katalog von Coker Tire findet man heute Originalreifen für Autos, an die sich nur die besten Kenner erinnern. Es wurden hierbei zum Beispiel die Packards, die aus der Zeit um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts stammen, erwähnt. Dazu kommen noch solche vergessenen Marken wie Studebaker, Hudson, Nash, Apperson, Chandler, Duesenberg, Paige oder Peerless. Die Firma produziert die unterschiedlichsten Arten der klassischen Bereifung: mit dem breiten, seitlichen weißen Streifen für große Limousinen oder Hot-Rods, mit dem dünnen weißen Streifen für die Straßenkreuzer der 60er, 70er oder 80er Jahre oder die berühmten Modelle von BFGoodrich mit weißen Buchstaben für Muscle Cars, wie Chevrolet Camaro, Fort Mustang oder Dodge Charger. Für die leistungsstarken und viel Sprit verbrauchenden amerikanischen Wagen aus den 60er und 70er Jahren bietet Coker Tire auch Reifen mit einem roten Einzel- oder Doppelstreifen, für die sportichen Wagen mit dem Chevrolet Corvette auf der Spitze – die Originalreifen mit einem goldenen Streifen. Darüber hinaus sind Reifen für Motorräder, Militärfahrzeuge, ja sogar radiale Reifen mit diagonalem Look (die diagonalen Reifen waren in den USA viel länger Standard) erhältlich.

Die Firma produziert Reifen mit weißen Buchstaben für die Muscle Cars, wie Ford Mustang.

Die Firma produziert Reifen mit weißen Buchstaben für die Muscle Cars, wie Ford Mustang.

Die europäischen Klassiker sind auch wichtig!

Wo liegen die Preise für die Sammler-Reifen? Die zuvor genannten Firestone-Reifen für den ältesten Packarda A-One kosten 339 USD pro Stück. Dies ist aber darauf zurückzuführen, dass sie vom Standard wesentlich abweichen. Ein Löwenanteil der Modelle, in typischen Größen, ist für 100-200 USD pro Stück zu erwerben.

Die Chefs von Coker Tire verfolgen den Markt sehr aufmerksam. Deswegen haben sie in den letzten Jahren neben der breiten Auswahl für amerikanische Straßenklassiker auch auf Reifen für die europäischen Modelle gesetzt. Dabei geht es nicht nur um die den Kultstatus genießenden Porsches oder Ferraris, die unter den Kennern in Amerika schon immer Anerkennung fanden, sondern auch um die häufiger anzutreffenden Oldtimer und Youngtimer von Marken wie Alfa Romeo, Audi, BMW, Citroen, ja sogar Volkswagen, Fiat und Opel. Die Firma von Tennessee hat bemerkt, dass für die Liebhaber von alten Autos nicht nur die Ikonen Ford Thundenbird, Cadillac Eldorado oder Buick Riviera einen großen Wert haben, sondern durchaus auch ein Opel Kadett, ein Fiat 124 oder ein Audi 5000 aus den siebziger Jahren.

Das Angebot umfasst auch Reifen für Cadillac

Das Angebot umfasst auch Reifen für Cadillac

 

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