Richtiger Reifendruck - ein wichtiger Aspekt des Fahrverhaltens
Zurzeit wird als Anforderung der Europäischen Union geplant, ab 2012 eine obligatorische Regelung zur Ausstattung von Autos mit elektronischen Reifendruckkontrollsystemen einzuführen.
Die Zukunft der Personenkraftwagen sind vielleicht technologisch fortgeschrittenere Technologien, die für festen Reifendruck sorgen. Zurzeit werden diese Systeme in Militärfahrzeugen erfolgreich eingesetzt. Für Personenkraftwagen gibt es diese Systeme noch nicht und um den richtigen Reifendruck müssen wir uns selbst kümmern.
Warum sollte man auf den richtigen Reifendruck achten?
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Richtiger Reifendruck spart Geld und erhöht Sicherheit.
Wie die sowohl durch den Michelin Konzern („der Tag des Richtigen Drucks”), als auch durch den Bridgestone Konzern („Denk mal nach, bevor Du dich ans Steuer setzt) periodisch organisierten Aktionen zeigen, sorgen nahezu 50 Prozent der Autofahrer nicht für den richtigen Reifendruck in ihren Fahrzeugen. Höchst erschreckende Statistiken wurden vor einiger Zeit durch die britische Organisation Automotive präsentiert, denen zu entnehmen ist, dass 90 Prozent der Autos in Großbritannien mit zu geringem Reifendruck gefahren werden. Wir beobachten immer noch ein zu geringes Bewusstsein der Autofahrer hinsichtlich der grundlegenden Bedeutung, die der Reifendruck für die Fahrsicherheit hat.
Erstens Sicherheit
Laut Forschungsergebnissen von Bridgestone werden 6 Prozent der Todesunfälle durch Zerreißen, Durchschlag der Reifen oder Abfall des Reifendruckes verursacht.
Reifen mit einem zu geringen Druck verlängern den Bremsweg um bis zu 22 Prozent (nach amerikanischer US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit – The National Highway Traffic Safety Administration). Ein zu geringer Reifendruck verschlechtert die Steuerung des Fahrzeugs bedeutend. Autos mit einem zu geringen Reifendruck werden bei gerader Fahrt an die Seiten gezogen und „schwimmen“ während der Durchfahrt von Kurven. Die schlimmsten möglichen Folgen sind eine hohe Belastung des Fahrzeugs, geringer Reifendruck, hohe Geschwindigkeit und hohe Außentemperatur. In diesem Fall ist es fast hundertprozentig sicher, dass einer der Reifen „explodiert“. Ein nicht vollständig aufgepumpter Reifen wird viel wärmer als einer mit dem richtigen Reifendruck. Ein entsprechend aufgepumpter Reifen erreicht nach circa einer Stunde der Fahrt die durch Konstrukteure vorgesehene Betriebstemperatur. Derselbe Reifen, der in identischen Verhältnissen allerdings mit dem nur um 0.3 bar reduzierten Druck gefahren wird, erreicht bereits nach 30 Minuten eine Temperatur von 120 °C. Die hohe Temperatur führt nicht nur zur Beschädigung, sondern auch zum Zerreißen des Reifens. Ein zu hoher Reifendruck dagegen erweckt den Eindruck einer harten Aufhängung und schlechte Stoßdämpfung, die zur Verzahnung des Reifens beitragen kann und führt darüber hinaus zum schnelleren Verschleiß der gesamten Aufhängung.
Zweitens Einsparung
Reifen mit einem zu geringen Druck führen zu einem höheren Kraftstoffverbrauch und haben eine bedeutend geringere Lebensdauer. Niedriger Druck führt dazu, dass Reifen mehr Energie brauchen, um ihre erhöhten Rollwiderstände (eine größere Profilfläche liegt an der Straßenoberfläche an) zu überwinden. Diese Energie wird unmittelbar aus unserem Tank entnommen. Eine in Kanada durchgeführte Studie ergab, dass der richtige Reifendruck dem durchschnittlichen Autofahrer 2 Wochen tankfreier Fahrt pro Jahr erlaubt. Laut Bridgestone kann ein zu niedriger Druck die Lebensdauer des Reifens um bis zu 40% reduzieren. Außerdem verschleißen die Aufhängung und die Felgen schneller.
Drittens Umweltschutz
Laut Forschungsergebnissen des Europäischen Technischen Zentrums Bridgestone verschlissen EU-Autofahrer im Jahr 2008 29,6 Mio. Reifen vorzeitig und verbrauchten 3,9 Mrd. Liter Kraftstoff unnötig. Dadurch wurden 7,8 Mrd. EUR verschwendet und 9,2 Megatonnen CO2 in die Umwelt freigesetzt. Das sind Ergebnisse der Kontrolldurchsicht von Reifen, die an 31178 PKWs in 14 EU-Ländern im Jahr 2008 durchgeführt wurde.
Was führt zu Druckverlusten?
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Reifendruckmessung
Bei Normalbetrieb verliert ein Reifen monatlich circa 3 Prozent seines ursprünglichen Drucks. Laut Forschungsergebnissen des amerikanischen Department Of Transport (DOT) resultiert ein niedriger Reifendruck bei 85 Prozent der Fälle aus allmählichem geringem und regelmäßigem Luftdruckverlust im Reifen, nur bei 15 Prozent aus dem Verlust infolge eines Aufpralls gegen Bordsteine oder andere Gegenstände. Es kann mehrere Ursachen für einen allmählichen Druckverlust geben – angefangen bei natürlicher Durchdringung der Luft durch den Reifen über falsche Montage, Temperatureinwirkung (Temperaturänderung um 10 Grad bedeutet einen Druckwechsel um 0,07 bar) bis zu kleinen Beschädigungen, die öfter vorkommen, wie z.B. undichtes Ventil.
Wie oft ist der Reifendruck zu überprüfen?
Der Reifendruck sollte präventiv mindestens alle zwei Wochen, obligatorisch einmal im Monat überprüft werden. Es ist darauf zu achten, dass der Reifendruck vor jeder weiten Strecke überprüft wird und sein Wert an die vorgesehene Belastung des Fahrzeugs (Ausflug mit der Familie etc.) angepasst werden sollte. Es ist wichtig, den Druck im Reserverad zu überprüfen.
Eine gute Gelegenheit für die Überprüfung des Reifendrucks ist auch der Besuch der Tankstelle beim Tanken. Die durch Bridgestone durchgeführte Studie zeigt, dass knapp jeder vierzigste Autofahrer den Reifendruck beim Besuch an der Tankstelle überprüft.
Wie sollte der Reifendruck überprüft werden?
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K-Pressure Optic von Pirelli
Wenn wir kein Reifendruckkontrollsystem im Auto haben, können wir Messungen selbständig durchführen.
Die erste Regel der Drucküberprüfung sind Reifen im kalten Zustand. Dies resultiert aus physikalischen Gesetzen: Während der Fahrt wird der Reifen warm und der Luftdruck steigt. So steigt der Druck von 2 bar bei Temperatur 20 °C nach Erhitzung des Reifens auf 2,66 bar bei Temperatur 80 °C. Wenn sich eine Messung bei warmen Reifen notwendig zeigt, ist zu dem Ergebnis der Wert von 0.3 bar zu addieren.
Wir empfehlen, keine Messungen nach Augenmaß durchzuführen. Obwohl man bei einer Bereifung mit hohem Profil glücklicherweise eine Druckdifferenz erkennen kann, sind die Differenzen bei einer Bereifung mit einem niedrigeren Profil als 65 nicht erkennbar. Dadurch können wir den Eindruck haben, dass der Reifendruck richtig ist (sogar die Differenz von einem Bar ist nicht wahrnehmbar, was das Bild am besten darstellt).
Die einfachste Form der Drucküberprüfung ist, die nächste Reifenwerkstatt aufzusuchen, wo die Überprüfung der Bereifung zu einem geringen Preis durch Fachleute durchgeführt wird. Man kann auch Tankstellen aufsuchen, von denen die meisten mit Luftkompressoren ausgestattet sind. Man kann sie kostenlos benutzen, den Druck überprüfen und je nach Bedarf die Luft nachfüllen oder ablassen. Um Messfehler zu vermeiden, ist der Kompressoraufsatz an den Ventilaufsatz unseres Reifens anzupassen. Es kommen leider ziemlich oft Messdifferenzen bei einigen Tankstellen vor. Dies resultiert aus dem hohen Nutzungsgrad dieser Geräte. Aus diesem Grund ist ein eigener Druckmesser, z.B. Akku-Autokompressor, die beste Lösung. Eine interessante Lösung für die Druckmessung wurde von Pirelli vorgeschlagen. Sie beruht auf der Anordnung eines speziellen auf Drucksensoren basierenden Gerätes anstelle der Ventilmuttern. Bei Druckverlust schließt der Sensor das Reifenventil sofort ab und wechselt die Farbe von „weiß“ auf „rot“.
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Reifen 255/40 R19 mit dem richtigen Druck
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Dieselben Reifen mit dem um 1 Bar tieferen Druck. Die Differenz ist nicht zu erkennen.
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Reifen 205/55 R16 mit dem durch den Hersteller empfohlenen Druck.
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Reifen 205/55 R16 mit dem um 1 Bar tieferen Druck als der empfohlene Druck, was 45 Prozent des richtigen Drucks ausmacht.
Was ist der richtige Reifendruck?
Herstellerempfehlung
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Angaben zum richtigen Reifendruck findet man meist auf dem Tankdeckel
Was für ein Druck ist für unser Auto empfohlen? Es gibt einige Plätze im Auto, wo wir diese Information finden können: Kleber an der Fahrertürsäule, im Handschuhkasten oder an dem Tankdeckel. Wenn wir es immer noch nicht wissen, stehen uns nur noch der Fahrzeugschein oder das Internet (z.B. Reifensuche auf der Website Oponeo) zur Verfügung. Wir können oft mit der Situation zu tun haben, dass für Vorderreifen unterschiedliche Druckwerte als für Hinterreifen gelten. Das hängt mit der Gewichtsverteilung auf die Achsen im jeweiligen Auto zusammen.
Ein Wechsel der Reifengröße, die sich von der durch den Hersteller empfohlenen Größe unterscheidet, ist nicht mit der Änderung des Druckwertes gleichbedeutend. Beim Wechsel der Reifen 205/55R 16 gegen 18” Räder mit Niederprofilreifen 225/40R18 erzielen wir denselben Druck: Der einzige spürbare Unterschied ist ein schlechterer Fahrkomfort (tieferes Profil heißt geringere Stoßdämpfung).
Sonstiges
Kann man den Reifendruck an eigene Präferenzen anpassen? In einem zumutbaren Maße: ja. Wenn wir uns schon entscheiden, mit dem Reifendruck zu experimentieren, beschränken wir den Bereich auf +/- 10 Prozent des für jeweiligen Reifen empfohlenen Druckwerts. Die Druckeinstellung ist bei veränderter Belastung des Autos, wie Fahrt mit Anhänger, längerer Fahrt auf mäßig ebener Straße mit hoher Geschwindigkeit (ein etwas höherer Druck reduziert den Rollwiderstand) und Fahrt auf Stadtstraßen mit Schlaglöchern (ein etwas niedrigerer Druck erhöht den Komfort der Fahrt auf städtischen Schlaglöchern) etc. möglich.
Man darf den Reifendruck nie im Bereich derselben Achse modifizieren. In diesem Fall führen sogar geringe Abweichungen des linken Reifens vom rechten auf dem Niveau von einigen Prozenten dazu, dass das Auto nach links oder rechts zieht, und können so zur Über- oder Untersteuerung etc. führen.
Reifendrucktabelle